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Monats-Archive: Januar 2012

Der Duft der Nacht und Bilder der Ausstellung: „Ich war im Krieg.“

Bin durch die Nacht gegangen und es fiel unerwartet unsichtbarer, gefühlter Schnee

Die Hoffnung wartet am Fenster

Liebe

Irgendwann wurden die Sterne immer weniger und ich vermutete einen Rückzug der Sternenbilder, die mich begleitet hatten. In Wirklichkeit aber waren es Schneewolken, die die Nacht zur Nacht machten. Und die Nacht, die dunkler und dunkler wurde, führte mich zu Überlegungen, die mich in den Morgen begleiteten. Und es zeigten sich mir Texte und Bilder der Ausstellung „Ich war im Krieg“, die wir am Montag in der Tschenglsburg vorbereitet haben. Was bringt die Menschen dazu, in einen vernichtenden Angriffskrieg zu ziehen und zu schießen und zu schießen und zu töten und zu töten? Ist es blinder oder automatisierter, selbstverständlicher  Gehorsam? Ist es Unwissen oder die Unfähigkeit in sich selbst hinein zu hören und Widerstand zu leisten? Oder ist es bereits so weit, dass wir nicht mehr in uns hinein hören können, weil wir nichts mehr in uns tragen, das unser eigen ist? Haben uns die Jahrtausende und Jahrhunderte so weit von uns selbst entfernt, dass wir jedem Werbegetue blind  hinter her laufen und alles tun, was die „Masse“ tut?  Oder eine andere Frage: hatten wir als Menschen überhaupt einmal die Fähigkeit unseres Innerstes, unsere Empfindungen mit unserem Tun in eine Einheit zu bringen und in Gleichgewichtung zu leben? Es hat stärker zu schneien begonnen und die Nacht wird dunkler und dunkler. Und immer wieder verlassen mich meine Kräfte der Gedanken und ich suche in einem weiten Raum nach Festem, nach Seiendem. Und wieder sind es Bilder der Zartheiten, die mir jetzt Hilfestellung geben und ich höre Musik von Harfe und Gesang und langsam finde ich zu mir zurück und ich spüre mich und ich bin. Und ich denke an die vielen suchenden Gesichter und höre die Fragen der Menschen und erfühle die Gefühle, die keine Antwort finden draußen im Lärm der Gefühlsarmut. Und schon wird mir ein schlechtes Gewissen eingeredet, wenn ich den fühlenden Menschen nahe bin und wir gemeinsam nach Antowrten suchen. Und trotzdem bin ich davon überzeugt, dass wir ein Netzwerk der Fühlenden brauchen, damit wir die Menschen vom Nachlaufen und Nachahmen befreien können und die Last der unendlichen und zwanghaften Jahre belichten und so zum eigenen Kern in uns, zu unserem eigenen Potential vordringen können. Hatte ich es zu eilig? Bin ich selbst ein Suchender und suche nach Spiegelungen und Antworten und Raum und bewusstes Leben und Liebe? Die Bank ist noch trocken und ich setze mich hin. Schneeflocken suchen meine warme Haut und zerrinnen und fließen ihren Weg. Und es zeigen sich mir Bilder die Menschen gehören und die leben und sich bewegen und jetzt stille sind und schweigen. Ja, werde zurück gehen und mich an den Abstand gewöhnen und die blauen Himmel und durchwachten Nächte werden Klarheit bringen und ich werde bei mir bleiben und warten und achtsam die Blumen schauen, die in den Kreis der Jahreszeiten blühen und sind und gehen und wiederkehren und blühen. Gehe über die Brücke des Baches, der von den Bergen grüßt und schon stehe ich vor der Burg. Die Mauern sind mir nun Freund und ich sperre auf und gehe in den oberen Stock und da sind sie wieder die Bilder und die Fragen. Was bringt uns Menschen dazu Kriege zu führen und zu töten und zu schießen? Der Duft der Nacht ist noch da und der Klang der alten Felder. Bin jetzt sehr erregt und wütend und ich möchte laut schreien und weinen und schweigen und sagen und beide Extreme verbinden zu einem Kreis in dem die suchenden Menschen sich finden können. „Die großen Gedanken kommen aus dem Herzen,“ und „Bewahre du zuerst Frieden in dir selbst, dann kannst du auch anderen Frieden bringen,“ und hier bei den ausgestellten Bildern steht folgender Text: “ Vor einem Gebäude hier im Judenghetto von Minsk stand ein Lastwagen der Wehrmacht, daneben verweilten SS-Leute. Unser Unteroffizier ließ sich auf ein Gespräch mit ihnen ein. Die SS-Männer prahlten damit, dass täglich ein Straßenzug“geräumt“ wurde: das waren an die 3.000 Juden, die Tag für Tag verladen und umgebracht wurden. Klienkinder wurden bereits im Lager getötet: sie wurden an einem Bein gepackt, an die Wand geschlagen, in den Lastwagen geschmissen und in den Wäldern von Borissow verscharrt. Größere Kinder und Erwachsene mussten dort zuerst einen Graben ausschöpfen, sich nackt ausziehen und an den Grabenrand stellen. Dann wurden sie erschossen.“ Im Lärm und bei der Jagd nach Zahlen und Quoten sind diese Bilder, die sich hier bei der Ausstellung zeigen, wohl untergegangen. Sie sind plattgedrückt wie die zarten eigenen Gedanken und Hoffnungen und Träume der Menschen. Liebe Luise Ruatti, liebe Ruth Kuntner vom Bildungsausschuss, lieber Adalbert Tschenett von der Haspinger Schützenkompanie Tschengls, danke, dass wir diese Ausstellung in der Tschenglsburg haben. Zwischen dem Duft der Nacht und den Bildern und Texten dieser Ausstellung „Ich war im Krieg“, wollen wir ein Band legen und einen Raum schaffen in dem wir Menschen zu einem selbstbewussten und eigenen Denken und Tun hinfinden. Dann wird der Duft der Nacht stärker werden und die Maschinengewehre werden nach und nach verstummen.

So ein Lichterlabyrinth bauen wir am 11.Februar um 19.00 Uhr bei der Pfarrkirche in Tschengls beim Konzert in der Kirche zum Thema "Frieden in uns und in der Welt".

Winterlicht

Die Musik und die Lichtträger durchbrechen die Dunkelheit

Lichtträger

Winterrrast und Winteräste unter wärmenden Schnee

Karl Perfler

Im erfüllenden Raum der Liebe – Kostbarer Spielraum für uns Menschen

Lichtkuss

Bild-Raum

„Wir leben höchstens 5-10% von unseren Möglichkeiten als Menschen“, höre ich eine Stimme sagen. Bin unterwegs und es ist Nacht  und der Vintschgerwind bläst und es ist unangenehm kalt. Unter meinen Füßen gefrorener Schnee und glattes Eis und nur manchmal finden meine Schuhe festen erdigen Boden. In den Dörfern flimmern die Lichter und hier bei den alten Feldern ist es still und dunkel und der Blick zum Sternenhimmel ist frei. Trotz der Kälte ist mir nicht kalt und irgendwie habe ich das wohlige Gefühl, dass mein Körper sich zurück zieht und meine Seele jetzt mehr Raum bekommt. Und da ist diese ersehnte Wärme die von innen kommt und von den Lichtern am Himmel verstärkt wird. Erahne einen Raum und erahne Bilder und kann keine Sprache finden für Bilder und Raum. Ganz deutlich aber ist er da, dieser Bild-Raum der mir Wärme und Wohlgefühl ist und der mich mir nahe sein läßt. Und jetzt ist es kein bärtiger Herrgott, der sich mir zeigt. Es ist wie eine große Gesamtheit , eine allumfassende Zusammenfassung, die mich umgibt und behütet und die mir eine selten erfahrene Leichtigkeit schenkt. Mit einem Lächeln in meinem Fühlen erspüre ich etwas das ist und doch nicht wirklich ist. Nein, es ist keine Vermutung. Es ist wirklich und ich suche ein Wort, einen Namen für das Seiende und Vorstellbare, Nicht-Greifbare. Und die Bilder von Kindheit und Zärtlichkeiten und die Bilder von alten Bäumen die in das Blau wachsen und die Bilder von Wasserspiegeln und der Ruf der Waldbäume und die Freundlichkeit der Tiere und die Melodie des Baches und die schützenden Hände von Vater und Mutter und die Nähe von Menschengesichtern führen in den Bild-Raum der sich in das Wort Liebe legt. Und nun habe ich den Ausdruck gefunden, den ich finden wollte für die große Zusammenfassung und für den großen Gesang, der uns Menschen geschenkt. LIEBE. Tausend Jahre langes Gehorchen und Nachfolgen und das Verlassen der eigenen Wege und Möglichkeiten haben uns in eine Welt von Zahlen und purem Denken gejagt und all jene die im rein rationalen Denken vorausgegangen und nach vorne geprescht sind, haben sich von den Wirklichkeiten entfernt und haben sich selbst an den Rand gedacht bis zum Geht-nicht-mehr. Sie haben etwas Unentbehrliches zurück gelassen: ihre Seele. Und die meisten von uns und von unseren Vormenschen  haben nach einem Gott gesucht, der herrscht und waltet und befiehlt und in diesem Suchen haben sie Herrscher und Verwalter und Befehle gefunden und dabei die Sehnsucht nach jenem Gott verloren der sich uns immer und ewig in der Liebe zeigt. Und das Wort Liebe ist verbraucht so wie das Wort Gott verbraucht ist. Gott ist die Liebe und die Liebe ist Gott. In diesem Raum von Liebe finden wir unsere Möglichkeiten und unsere Erfüllung. Und es ist ein wertvoller Spielraum, den wir bespielen dürfen mit unseren Fähigkeiten, mit unseren Sehnsüchten und Träumen und Wirklichkeiten. Wir leben in einer allzu bewußten Zeit. Wir wissen so viel, aber wir fühlen so wenig. Und jetzt kommen mir die 5-10% in den Sinn. Aber es ist noch nicht zu spät. Es ist nie zu spät. Jeder Augenblick taugt für einen Anfang, für einen Neuanfang, Die Herrschaft über den Augenblick ist die Herrschaft über das Leben. Wir haben verlernt, unsere Sinne auf etwas ruhen zu lassen. Deshalb erfühlen wir so wenig. Und wir dürfen und sollten uns nicht von unseren Träumen und Illusionen trennen. Ohne Illusionen werden wir zwar weiter existieren, aber wirklich leben werden wir nicht mehr. Sorgen wir uns nicht um das was kommen wird und beweinen wir nicht das was vergeht. Sorgen wir uns lieber, dass wir dahintreiben im Strom der Zeit, ohne unseren eigenen Himmel. Diesen uns eigenen Himmel finden wir in uns. In unserem Innern ist eine Quelle, die nie versiegt, wenn wir nur zu graben verstehn. Und wir müssen schon selbst graben. Wo steckt sonst das Glück, dass wir in einer Welt leben dürfen mit Blumen die wir betrachten dürfen, mit Wolken denen wir bei ihrem Zuge nachschauen dürfen. Wir dürfen den Vögeln lauschen und den Bächen und wir dürfen alles schauen und genießen ohne es zu besitzen. Und es gibt sie noch die einfachen Dinge. Die Felder und die rauschenden Bäume und den Mond und die Sterne und den Sonnenberg und den Wind und trockens Gras und ruhende Erde und stille Steine.  Und wir dürfen die Menschen beobachten und bewundern in ihrem Sein und und ihrer Suche nach Glück und Gott. In unserem Herzen gibt es kein Grundbuch und keinen Besitzbogen. In unserem Herzen ruht der Himmel, der zur Quelle wird, wenn wir uns nicht im Lärm der Außenbetrachtung verlieren und uns damit selbst verlieren. Und nun wollen wir reisen. Wir reisen gemeinsam zur Liebe. Es ist still hier draußen bei der Ottilia Kirche und bei den alten Feldern.  Am Sternenhimmel sind jetzt noch mehr Lichtstrassen und Lichträume die sich in der Dunkelheit wohl fühlen. Erst durch die Dunkelheit werden Sterne sichtbar, durch sie werden sie zum Licht. Bin mit mir allein und ich bin allein. Höre die Stimme der Nacht und höre den Klang meiner Sehnsucht und bin, bin ganz nah bei mir. Und tausend Melodien und Lieder die sich in einen einzigen Gesang finden und alles ist ein Nichts und es ist Leere und Tiefe und eine große Leichtigkeit. Und in dieser Leere und Stille und im Nichts zeigt sich ein Bild-Raum der mir bekannt ist. Manchmal scheint er mir nah, ganz nah und dann wieder weit weg. In den Augenblicken kann ich ihn für Augenblicke erfassen und erfühlen und plötzlich finde ich in diesem DU mein ICH. DU, mein Bild-Raum, bist mir Spiegelung und Erkennen. In Dir erkenne ich mich und finde mich. DU bist die LIEBE. Alles was ich in mir trage, alles was ich aus meiner eigenen Quelle schöpfe, bin ich. Aber der Weg zu diesem ICH führt über tausend Zärtlichkeiten und Zartheiten, die wie ein Geländer sind und begleiten und zur Liebe führen. Zärtlichkeit ist für die Liebe dasselbe wie der Tau für die Blumen. Betrachten wir doch alles mit der uns eigenen Zartheit und lächeln wir unsere Zärtlichkeit. Liebe ist ein Weg. Immer neu begangen und nie endend. Und die Liebe tragen wir in uns. Wir finden sie in jedem Augenblick. Jetzt, ja jetzt. Und wir beginnen zu lächeln und wir wissen, dass wir die Liebe in uns tragen. Und jetzt ist unsere Reise, eine Reise des Augenblicks. Und ich werde zurück gehen. Zurück zu mir wo ich bereits bin. Will den Menschen mit Achtung und Vertrauen begegnen und in der Liebe wachsen. Durch die liebevolle Betrachtung wird alles schön. Und die Liebe ist wohl das einzige, das sich immer vermehrt und wächst, auch wenn wir es verschwenden.


Das Licht besiegt die dunklen Wolken

He ihr Menschen, da bin ich. Ich Vogel

 

Prinz Chaos II und Dominik Plangger beeindrucken mit ihren Liedern

Zwei Musiker und zwei Extreme im Einklang

Sie waren fünf Tage auf dem Gutshof von Konstantin Wecker in der Toskana. Haben dort ein Lied aufgenommen und geprobt und gesungen und Pläne geschmiedet. Prinz Chaos II und Dominik  Plangger. Gestern, Sonntagabend haben sie in der Tschenglsburg gesungen und gespielt und beeindruckt. Prinz Chaos II, der „Südtirol“ erobern und von seinem Schloss in Südthüringen aus „regieren möchte“, lebt von seinen Texten und von seinen überraschenden Einfällen. Seine Musik ist harte Wirklichkeit und seine Texte sind die Begleiter dazu. Es gibt nichts was ihm nicht einfällt. Er kennt sie alle die Situationen und Wirklichkeiten. Er erzählt vom Wert der Arbeit und von den Arbeitern und er läßt das Papamobil in einem Kanal und in 8 Strophen untergehn. Nur selten nimmt er die Spannung heraus aus seinem Tun und legt sich in Gefühle. Ein Prinz begnügt sich nicht. Will immer mehr, will alles. Er steht da und besetzt den Raum und nur dann wenn er Dominik begleitet und wenn sie zusammen singen und musizieren, finden sich zwei Extreme im Einklang und der Zuhörer wird angenehm überrascht und fühlt sich wohl. Prinz Chaos II will nicht beschönigen, er ist ein streitbarer Krieger, der seinen Kampf ausficht, der zusticht und seinen Kampf beenden will. Und auch in seinen Texten finden sich zwei Extreme und geben dem Gedicht, dem Lied einen Fluß, einen Einklang. Der Prinz kann nicht anders. Er muss seine Fähigkeiten heraus lassen und den Mittelpunkt erobern. Nur dann wenn ein Gegenüber sich mit ihm verbindet und in seine Tiefe vordringt, legt sich die Kampfeslust und der streitbare Prinz läßt Stille und Nachdenken zu. Und dann wird all sein Können frei und das „Laute“ bekommt Fülle und Wert und wird zu einem großen Potential. Lieber Prinz, mit Dir möchte ich zu den blühenden Marillenbäumen gehen und Dich beobachten wenn Du in die Feuer der leuchtenden zarten Blüten schaust.

Dominik hat Hausrecht. Er kennt die Tschenglsburg und ist – wie er sagt – gerne hier. Nur langsam findet er zu seinen Liedern. Noch ein Bier, eine Zigarette und dann geht es los. Und wie es los geht. So als wäre diese Zeit der Vorbereitung ein Auffüllen von Zartheit, von Gefühlen, so stark und beeindruckend erleben wir seine Lieder. Texte und Musik leben in Zweisamkeit und der Gesichtsausdruck von Dominik verbindet beide. Und es ist still in der Stube und die Mauern fühlen mit und der Raum wird erfüllt von einer Sehnsucht nach Freiheit, Liebe, Aufrichtigkeit und Frieden. Dominik ist überall zu Hause, aber er ist kein Heimatloser. Seine Wurzeln sind klar und sie zeigen sich. Dominik kennt keine Grenzen, Normen sind ihm ein Greuel und er gehorcht nicht. In seinem Ungehorsam ist er stark und eigenständig und singt bewusst und von seinem Innersten heraus. Seine Lieder erreichen die Menschen direkt und andauernd und bleiben da. Geduld müssen sie alle haben, die Zuhörer, denn Dominik lebt die Geduld und die Langsamkeit und er läßt sich nicht antreiben.

Lieber Prinz, lieber Dominik, fliegt hinaus in die Welt wie die Vögel, frei und immer in Gefahr. Kommt aber zurück zu uns und erzählt von Euren Freiflügen, damit wir uns immer mehr befreien können vom Zwanghaften und vom Gehorchen und damit wir immer mehr fähig werden so zu sein wie wir sind. Ihr Zwei habt uns gezeigt wer Ihr seid. Zwei Extreme im Einklang. Danke und bis bald.

Karl Perfler

Dominik Plangger und Prinz Chaos II

Dominik Plangger

Prinz Chaos II will "Südtirol regieren"

Der Prinz

Zwei von den glücklichen >Zuhörern

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Fuchsburger kehren in die Tschenglsburg zurück

 

Musikalisches Wiedersehen nach mehr als dreißig Jahren

Hier in der Tschenglsburg haben sie geprobt, geträumt, gearbeitet, geredet, Visionen erdacht und Pläne geschmiedet. Nach mehr als dreißig Jhren sind wieder zusammen gekommen, die Fuchsburger, und die Wiedersehensfeier wurde zu einem rauschenden Fest. Es gab so vieles zum Erzählen und die alten Bilder legten sich  in der holzgetäfelten Stube in die Gegenwart. „Woasch nu…..?“, wieviele Erinnerungen und „wia schnell isch die Zeit vergongn“ und „do hobmr spielt“, und noch „Teitschlond und in die Schweiz seimr gfohrn und hobm spielt“. Die mitgebrachten Instrumente sind lange liegen geblieben. Zuerst wurden alte Erinnerungen aufgefrischt und es wurde gegessen und getrunken. Unten in der Gaststube haben die Tschenglser auf die Musik gewartet, denn viele von ihnen konnten sich noch an diese 9 Burschen, die Musik machten, erinnern. Aber die Zeit…….hat viel verwischt und langsam, langsam kamen sie wieder die alten Lieder und die alten Bilder wurden neu und klar. Und dann waren sie nicht mehr zu halten. Musiker kennen keine Sperrstunde und wenn sie einmal losgeslassen, gibt es kein Aufhören mehr. Und es wurde Abend und Nacht und der Morgen kam und die Freunde und die Freundinnen kamen in die Burg und das Frühstück und dann kam ein neuer Mittag und die frische Tschenglser Sonne konnte die Msuiker nicht aus den Mauern locken und so wurde es nocheinmal Abend und immer noch die alten Lieder. Irgendwanhn wurde es still hinter den Schlossmauern. Die Musik verstummte und die Lieder waren alle gesungen. In der Burg aber bleiben die Melodien zurück und ganz sicher bleibt die Erinnerung an eine wunderschöne Zeit. Danke Fuchsburger,  die Mauern sind mit Eurer Kraft neu aufgefüllt und die Lieder werden bleiben und Euch wünsche ich weiterhin Gesundheit und jenen Frohsinn und jene Gelassenheit, die Musiker eben auszeichnen. Kommt wieder einmal in die Burg und lasst nicht wieder Jahrzehnte verstreichen. Wir freuen uns auf Euch und auf Eure gezeigte Lebensfreude.

Die Fuchsburger in der Tschenglsburg

 

Wie früher stehen die Instrumente bereit.....

Familie Perfler – Cousinentreffen in der Tschenglsburg – 14.Jänner 2012

Lieder, Frohsinn, Optimismus, Heiterkeit und gute Ausdauer

Das letzte Mal haben wir uns im Schloss Goldrain getroffen. Jetzt war wieder eine Burg unser Treffpunkt. Und fast alle sind sie gekommen und das Cousinentreffen wurde zu einem heiteren und fröhlichen Fest. Hauptanteil am guten Gelingen hatte Cousin Rudi Mair, der in einer unvergleichlichen Art die Fähigkeit besitzt, Menschen zu unterhalten und Optimismus zu streuen. Mit seiner Gitarre spielt er, dichtet er, erdenkt er Lieder und Texte und reißt alle mit. So waren nicht nur die Cousinen heiter unterwegs in der Burg. Auch die „Zaungäste“ haben die Feier genossen und waren von der „Fähigkeit, Feste zu feiern“, angetan. Karl. Cousin und Schlosswirt hatte alle Hände voll zu tun und freute sich sichtlich über „die feiernde Verwandtschaft.“ Beim Abschiednehmen haben alle den Wunsch geäußert, dass es diesmal nicht wieder 10 Jahre bis zum nächsten Treffen dauern soll. 

Ein Teil der Cousinen in fröhlicher Runde

und hier der andere Teil der lustigen Gesellschaft. Rudi mit der Gitarre

 

Auch die "Nachbarn" wurden von der Lebensfreude der Cousinen angesteckt

 

Gruppenfoto in der alten Stube der Tschenglsburg

 

Zwei Große - Marilyn und Rudi

 

 

 

 

 

 

 

 

Konzert in der Tschenglsburg – Prinz Chaos II und Dominik Plangger – 29.01.2012

Die Liedermacher Prinz Chaos II und Dominik Plangger kommen am Sonntagabend

in die Tschenglsburg

Vorgestern ruft mich Dominik an und ganz spontan teilt er mir mit, dass er mit seinem Musikfreund und Liedermacher Prinz Chaos II – http://www.prinzchaos.com – am Sonntagabend so gegen 17.00 Uhr in die Tschenglsburg kommen wird und dass sie beide für uns singen und musizieren werden. Gerne habe ich zugesagt und ich freue mich sehr, dass Dominik, der in der Tschenglsburg seine neue CD vorgestellt hat, nun wieder in die Tschenglsburg zurück kehrt. Und er kommt nicht allein. Er bringt seinen Musikfreund mit und sie werden für uns singen und musizieren. Wie früher so am Stammtisch. Einfach da sein und durch die Musik und aufrichtigen Lieder Freude bereiten. Lieber Dominik, wir freuen uns auf Euch.


Biographie von Prinz Chaos

BIOGRAPHIE
• Väterlicherseits Sohn einer antifaschistischen Arbeiter- und Bauernfamilie, ist Prinz Chaos II. auf der Mutterseite Sproß des bekannten Münchner Schauspieler- und Kabarettistenklans Prosel (Künstlerkneipe Simplicissimus, siehe: www.theo-prosel.de)
• Seit der musikalischen Früherziehung im Kindergartenalter musizierend, spielt Prinz Chaos seit dem 8. Lebensjahr Gitarre, später auch Mandoline, sowie sämtliche Facetten seiner selbst.
• 1999 veröffentlicht der Chaosprinz die CD „Jahrhunderttausendsiegesnacht“ // Altmeister Franz Josef Degenhardt nimmt ihn symbolisch in die „Bruderschaft der Sänger“ auf.
• 2000: in der ZDF-Sendung „ZDF-Reporter“ werden wiederholt Beiträge aus dem Leben des Prinzen ausgestrahlt.
• 2001: Mitwirkung an und bei der zweitägigen History Revue „Dieser Song gehört uns“ des Kulturnetzwerks „Kanak Attak“ an der Berliner Volksbühne // Beteiligung an der Aktion „Normkontrolle“ der queeren Gruppe „Abnormals Anonymous“ beim Hamburger Christopher Street Day.
• 2002: Mitwirkung an und bei der zweiten Kanak Attak – Revue „Konkret Konkrass“ an der Berliner Volksbühne und dem Schauspiel Frankfurt.
• 2003: ZDF-Dokumentation „Mein Leben – Dein Leben. Videotagebücher aus Deutschland“ // Indien-Reise // Beginn der Freundschaft und Zusammenarbeit mit Konstantin Wecker.
• 2004 veröffentlicht der Chaosprinz sein zweites Album: „Prinz Chaos auf Großer Fahrt“. Darauf finden sich zwei Lieder mit Konstantin Wecker, auf dessen Label die CD erscheint // Der Chaosprinz spielt eine Hauptrolle im Film „Recolonize Cologne“ (release 2005)
• 2004 bis 2006 Japan-Aufenthalt // Projekt „D-Haus“ und Nachbau der Künstlerkneipe Simplicissimus in Tokyo im Rahmen von „Deutschlandjahr in Japan 2005/2006“ // Zusammenarbeit mit dem Kulturreferat der Deutschen Botschaft Tokyo.
• 2007: Award „Superstar der Antifa“ für das Lied „Fatima von Stalingrad“ // Festival Politik & Musik, Berlin // mehrmonatige Co-Moderation von „Dr. Seltsams Wochenschau“.
• 2008: Prinz Chaos II. erwirbt am 18. Januar Schloss Weitersroda von 1478 in Südthüringen // Im Rahmen der Münchner 850-Jahrfeier präsentiert die Familie Prosel die Revue „Der Simpl-Goethe und die Nachtigall“ im Münchner Prinzregentgarten // Auf der Wecker-CD „Gut’n Morgen, Herr Fischer“ singt der Chaosprinz das „Münchner Lied“ seines Urgroßvaters Theo Prosel zusammen mit Konstantin Wecker
• 2009: Das Schlossprojekt in Weitersroda nimmt Formen an. Der Südgiebel wird mit Hilfe der Städtebauförderung saniert. Die Schlossgemeinschaft wächst. Kulturveranstaltungen ziehen zahlreiche Besucher an.
• 2010: Prinz Chaos arbeitet für die Musikzeitschrift „Melodie & Rhythmus“, den Internet-Sender „Weltnetz-TV“ und absolviert Konzerte und Auftritte u.a. bei den Festivals Burg Herzberg, Woodstock Forever, Tollwood und Kevelaer. // Der Piper-Verlag nimmt das Prinzengedicht „Sommer in Heiligendamm“ in eine Anthologie der „schönsten Liebesgedichte aus 300 Jahren auf.“
• 2011: Prinz Chaos II. startet eine Internet-Offensive. Über das Jahr verteilt werden mehr als 30 Videos veröffentlicht, darunter zahlreiche neue Songs wie „Das Papamobil“, „Keep Tokyo Going!“ oder „Dresden-Nazifrei“. // Das Musikvideo „Liberaton Square“ zur Revolution in Ägypten erreicht via Facebook & Twitter die Aktivisten in Kairo // Kooperation mit Paco Mendoza (Raggabund) für „Global Liberation Square“ // Ende Mai findet erstmals das Paradiesvogelfest auf Schloss Weitersroda statt. // Prinz Chaos II. initiiert das Tribute-Konzert „Freunde feiern sein Werk“ für Franz Josef Degenhardt im Berliner Ensemble. Das BE, die junge Welt und Melodie & Rhythmus agieren als Veranstalter. Hannes Wader, Daniel Kahn, Götz Widmann, Barbara Thalheim u.v.a. nehmen teil. Prinz Chaos II. moderiert mit Konstantin Wecker den umjubelten Abend und trägt die Lieder „Nevada Kid“ und „Unser Berlin“ vor.
• 2012: das renommierte „Purnev Literary Magazine“ veröffentlicht sechs Prinzen-Gedichte

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„Ich war im Krieg“, Eröffnung der Ausstellung in der Tschenglsburg am Dienstag, den 31.Jänner

„Ich war im Krieg“

Wanderausstellung mit Eindrücken vom gebürtigen Schnalser Luis Raffeiner vom Russlandfeldzug.

Tschenglsburg: 31.01. bis 12.02.2012

Luis Raffeiner war als Wehrmachtssoldat beim Russlandfeldzug im Zweiten Weltkrieg. Dabei hat er selbst Bilder geknipst, die ihn und seine Kameraden während der Vorbereitung des Krieges aber auch mitten im Geschehen an der Front zeigen.
Mit dem Soldaten Luis Raffeiner bekommt der abstrakte Begriff „Krieg“ ein Gesicht. Die „große“ Geschichte und das persönliche Erleben des Protagonisten Raffeiner hängen eng zusammen und daraus ergeben sich viele Fragen. Die Ausstellung regt zum Überdenken, zum Nachdenken an und das Rahmenprogramm in der Tschenglsburg wird einen Bezug zur Gegenwart herstellen. Ist so was heute noch möglich? Würden wir heute noch gehorchen und in so einen schrecklichen Krieg ziehen? Sind wir selbstbewusst und eigenständig genug den versteckten und offenen Diktaturen und Mächten kritisch und frei zu begegnen?
Die Wanderausstellung wird vom Amt für Weiterbildung in Kooperation mit dem Landesarchiv, den Landesbibliotheken Teßmann und Claudia Augusta und der Edition Raetia organisiert. Sie kann kostenlos beim Amt für Weiterbildung angefordert werden und ist für die dritten Klassen der Mittelschule sowie für Oberschulen zu empfehlen.

Für Rahmenveranstaltungen stehen Historiker Dr. Leopold Steurer und die Autorin Luise Ruatti zur Verfügung.
Ergänzt wird die Ausstellung von einem Video-Interview mit Luis Raffeiner, das im Auftrag des Holocaust-Memorial-Museums in Washington im Dezember 2009 aufgezeichnet wurde.
Die Ausstellung in der Tschenglsburg wird vom Bildungsausschuss Laas/Tschengls in Zusammenarbeit mit der Schützenkompanie Tschengls organisiert.
Buch von Luis Raffeiner
Frau Luise Ruatti aus Naturns hat die Lebenserinnerungen von Luis Raffeiner im Buch mit dem Titel „Wir waren keine Menschen mehr“
 aufgezeichnet. Ein beeindruckendes Buch über die Kindheit und Jugendzeit von Luis Raffeiner und über den Krieg in seiner brutalen und grausamen Wirklichkeit. „Seine Geschichte ist bedrückend und zusammen mit seinen Fotografien ein seltener, später Glücksfall für die Zeitgeschichte“, so äußerte sich Historiker Dr. Gerald Steinacher darüber.

Rahmenprogramm in der Tschenglsburg

Dienstag, 31.Jänner: Feierliche Eröffnung der Ausstellung um 19.00 Uhr. Frau Ruth Stecher vom BA-Tschengels  wirddie  Ausstellung eröffnen, der Historiker, Leopold Steurer spricht über den 2.Weltkrieg und Frau  Luise Ruatti führt durch die Ausstellung

Samstag, 04.Februar: „Tschengls während der Optionszeit und im 2. Weltkrieg. Referent: Dr. Herbert Raffeiner. Moderation: Karl Perfler Beginn: 18.00 Uhr

Sonntag, 05. Februar: Ein Sonntagnachmittag mit Maridl Innerhofer, bekannte Mundartdichterin  aus Marling undTochter des Lehrers Franz Innerhofer, der 1921 von den Faschisten in Bozen erschossen worden ist. Musikalische Umrahmung: Gernot Niederfriniger. Beginn: 17.00 Uhr

Samstag, 11.Februar: Krieg und Frieden und eine Einladung zur Einfachheit: „Leben und nicht gelebt werden.“ 19.00 UhrKonzert in der Pfarrkirche und ab 20.00 Uhr Festabend in der Tschenglsburg mit Musik, Literatur und vergessenen Gerichten.

Paralell zur Wanderausstellung werden in der Tschenglsburg alte Bilder und Ansichten von Tschengls und den Menschen in Tschengls ausgestellt. Diese ganz besondere Ausstellung wird von der Haspinger Schützenkompanie Tschengls gestaltet.


Anmeldungen für Führungen durch die Ausstellung: bei Karl Perfler, Tschenglsburg

Tel. 3200829165 oder karl.perfler@rolmail.net

 

 


Die Freude über die Sonne……………………

Die Freude über die wiedergekehrte Sonne ist eine bewusste Begegnung mit der Sonne in uns

 

Zur Erinnerung: es ist der 19. November 2011, ein kalter Wintertag und zum letzten Mal sehe ich am alten Mauerwerk der Tschenglsburg Licht und Schatten. Die Pfarrkirche und ihr besonderer Turm haben noch länger Sonne.

Mit einem innigen und kurzen Kuss verabschiedet sich die Sonne von diesem Baum im Herbstkleid

Zum letzten Mal schaue ich 2011 von der Burg aus in die Sonne

19.November 2011 - die letzten Sonnenstrahlen 2011

 

Lichttage in Tschengls: ein Dorf ohne Sonnenlicht sucht das eigene Licht und findet es

Wie gerne erinnere ich mich an die vielen Kinder die in die Burg gekommen sind: zum Kekse backen, zum Ministrantentreffen, zum Schellenrennen, zum Neujahr-Anwünschen. Und meine Gedanken und mein Dank sind bei den Eltern und bei den Organisatoren die diese Kinder begleitet haben.

Und wieviele Gespräche und Begegnungen es gegeben hat in den Tagen ohne Sonnenlicht und an den langen Winterabenden und gelebten Nächten. Das Zelte backen mit den Bäuerinnen, die Weihnachtsfeiern, das Stich-Essen auf der Tschenglser Alm, das Adventsingen mit dem Kirchenchor Tschengls, feierliches Rorate in der Pfarrkirche, das Neujahrwünschen der Musikkapelle, der Silvesterbittgang zur Ottilia Kirche, das Räuchern am Dreikönigsabend.

In der Zeit ohne Sonnenlicht hat sich meine Mutter von dieser Erde verabschiedet und in ihrem würdigen Sterben war und ist sie Licht für alle Tage meines Lebens.

 

Die Freude über die zurückgekehrte Sonne….

Es ist der 17. Jänner 2012 und es ist Fackeltöni. Oben, im Hochtal, da wo die Tschenglser Almen sind und von wo wir die NEUE TSCHENGLSER SONNE erwarten, wollen die hartnäckigen Wolken heute morgen nicht weichen. Ja es ist eine Neue Sonne für Tschengls. „Ihr habt es gut in Tschengls. Auch wenn ihr ein paar Wochen keine Sonne habt, seid ihr trotzdem zu beneiden. Ihr bekommt im Jänner eine NEUE SONNE.“ Diese Worte sind mir geblieben und heute an diesem Dienstag, an dem diese Neue Sonne wiederkehren wird, kann ich diese Worte verstehen. Und auf dem Kirchplatz wird dieser Neuen Sonne ein Fest bereitet. Sie wird willkommen geheißen und gefeiert. Und in diesem Feiern, in diesem Fest liegt ein bewusstes Erfassen, ein bewusstes und aufrichtiges Erleben unserer Schöpfung. Wir halten die Zeit an, denken nach, überlegen, überdenken und über dem Platz vor der Pfarrkirche breitet sich Gelassenheit, freundliches Zuwinken, Begrüßen aus und die Gespräche sind optimistisch, in eine eigenständige Zukunft gerichtet. Und die fleißigen und umsichtigen BäuerInnen und die Jungbauern haben alle Hände voll zu tun, um den vielen freundlichen und freudig gestimmten Besuchern Krapfen, Glühwein und andere Köstlichkeiten zu reichen und alles fügt sich in einen lebendigen Kreis von Dorfgemeinschaft und Aufbruchstimmung. Und dann kommen langsamen Schrittes und mit aufgeregten Gesichtern und kindlichen Herzen die Kindergartenkinder und zeigen den Eltern und den Neugierigen ihren Sonnentanz. Kinder und Eltern drehen sich im Kreis und die mitgebrachte Sonne vereint Alt und Jung und in den Gesichtern der Kinder und Eltern und aufmerksamen Zusehern ist das Licht der Sonne das noch hinter den nordseitigen Horizonten wartet, bereits zu sehen. Die wiederkehrende Sonne hat Kinder und Erwachsene in einen Kreis geladen und besonders all jene die dieses Fest erdacht, geplant und durchgeführt haben, freuen sich aufrichtig und sie dürfen sich freuen. Das Sonnenfest hat die Mernschen von Tschengls zusammen geführt und im Sonnentanz der Kinder und Eltern findet eine starke Gemeinschaft ihren freudigen Ausdruck. Und da ist sie plötzlich diese Fähigkeit wieder selbst Kind und frei zu sein und mit der Rückkehr der Wintersonne ist die Freude über das eigene SO-Sein zurückgekehrt und Tschengls lebt. Und wie es lebt. Und ganz oben wo der besondere Kirchturm der Pfarrkirche den Winterhimmel berührt, streichelt die zurückgekehrte Sonne jetzt den Turm und grüßt glückstrahlend das versammelte Dorf. Tschengls hat seine Sonne wieder. Das Sonnenfest hat die gekommenen Menschen reich beschenkt. Was gibt es Wertvolleres als ein bewusstes Erleben, Begegnen mit sich selbst, mit unseren Mitmenschen und mit der wunderbaren Schöpfung. Danke an Euch, die Ihr dieses Fest der Begegnung ermöglicht habt.

Der Sonnentanz der Kindergartenkinder

Fröhliche Gesichter und Lebensfreude

Essen und Trinken hält Leib und Seel zusammen

Es ist schön bei diesem ganz besonderen Fest - gell?

 

Eine kleine Bildreise

Viele Abzweigungen finden wir auf dem Weg zur Sonne in uns. Und trotzdem lohnt es sich.

Langsam kommt die Linie zwischen Schatten und Licht wieder näher

Schattenlinie die sich langsam nähert

 

Der Wind spielt mit den Wolken und die Sonne freut sich

Vorboten des Lichts

 

Und plötzlich ist da unsere Neue Sonne und sie hat sich den höchsten Platz ausgesucht

 

Die Sonne kehrt nach Tschengls zurück ….war sie weg? Sonnenfest am 17.Jänner

Winterrast als Quelle für einen neuen Weg

Und die Tage werden langsam aber spürbar länger und noch gut erinnere ich mich an die Novembertage wo sich diese markante Linie zwischen Schatten und Licht immer weiter von Tschengls entfernt hat. Irgendwann an einem der Wintertage hat diese Linie Heimweh bekommen nach jenem Ort am Talrand der bereit ist die Winterrast und die Zeit der Stille für einen Lichtweg zu nutzen. Und so wird am Dienstag, den 17. Jänner (Fackeltöni) der Kirchturm von der Pfarrkirche in Tschengls wieder von der Sonne beruehrt und die BäuerInnen und Bauern und Jungbäuerinnen und Jungbauern bereiten der wiederkehrenden Sonne ein Fest. Es ist ein neuer Abschnitt. Die Winterrast hat ihre Schuldigkeit getan, hat ihre Aufgabe erfüllt. Die Kernaussage konnte am Kernort geboren werden und ganz eindeutig legt sich eine Botschaft über das weite Tal der jungen Etsch: Festigt Euer eigenes Sein und festigt damit Eure Heimat. Sucht Eure eigene Kraft, jene Kernkraft in Euch die Euch Fundament ist für ein eigenständiges erfüllendes Wachsen hin zu Lebensfreude und bewusstes Erleben. Nutzt Euer Potential für einen eigenen Weg und fügt Eure eigenen, in Euch vorhandenen Bilder und Gedanken zu einem großen gemeinsamen Mosaikbild. Es gibt keinen neuen Weg, es gibt nur einen eigenen Weg, der neu begangen wird. Die Zeit der Aufschüttung von fremden Müll ist vorbei. Wir sind stark  genug und bereit für  eigene Gedanken und eigene Wege des Tuns.

Tschengls, der Kernort  und Tanas, das Dorf auf dem Sonnenberg

Dann wenn uns die Orientierung fehlt, wenn wir nach Halt und festem Boden unter unseren Füßen suchen, ist es die Reduktion von Gedanken und Raum und Zeit, die uns zum Wesentlichen führen kann. Wenn wir uns in  der unendlichen Wuestenlandschaft der Scheinwelten und der Normen verloren haben, wird es notwendig sein zu entrümpeln, zu reduzieren. Und es geht, ja, es geht. Es gibt kein Rezept, aber es gibt diese uns eigene, angeborene Kraft die uns uns selbst spüren und neu entdecken hilft. Zuerst aber müssen wir uns vom Lärm des Aufgezwungenen, des uns Fremden befreien, damit wir den Weg zu unserem ICH gehen können. Und wie liebe ich diese langen Nächte und die großen Schatten die auf die reichen Herbsttage und die vollen Sommer folgen und Raum und Zeit schenken für ein Überdenken, für ein Nachdenken und für ein befreiendes Innehalten. Und jetzt nach Tagen und Nächten der Winterstille ist der Blick zum Sonnenberg ein anderer. Wir haben uns gefunden und dürfen jetzt den Sonnenberg, den wir uns in der Winterstille geschaffen, voll genießen. Wir leben, erleben den  Sonnenberg in uns. Bewusst und ohne Angst. Mit einem Lächeln das gibt und sich verschenkt und damit all jene miteinbezieht, die im Lärm stecken geblieben sind. Und ich schreibe den Namen von Tanas auf ein leeres Blatt Papier und lese den Namen rückwärts: Tanas wird zu SANAT. Welch ein Gedanke. Die Winterstille von Tschengls wird mit dem Blick zu unserem Sonnenberg zu SANAT – Heilung. Wir heilen uns selbst mit unserer eigenen Kernkraft. Wir wissen wer wir sind und wissen um unsere Stärken und verstecken unsere Schwächen nicht. Wir leben und werden nicht gelebt und wir leben wirklich. Tschengls, das Dorf am Rande wird so zu einem Kernort, der Ausgangspunkt wird für den Weg nach SANAT. Und es sind keine falschen Tabletten die diese Heilung vom Gelebtwerden zum wirklichen Erleben begleiten. Lange genug waren die Nächte und die Winterrast und die Schatten und das Fundament ist da. Am Dienstag kehrt die Sonne zurück und wir sind zurück gekehrt zu unserem eigenen Fundament, zu unserem eigenen Basislager, das uns Halt und Schutz geben wird für einen befreienden, eigenständigen und erfüllenden Weg. Kein rein materieller Weg, der von Zahlen und Quoten lebt, sondern ein Weg, der die Dimension des Unmessbaren, des Erahnten und Gefühlten, die Seele mitnimmt auf die Reise die nur kurz unterbrochen wurde, jetzt aber mit einem Lächeln fortgesetzt werden kann. Wir sehen uns beim Sonnenfest bei der Pfarrkirche . Dienstag, 17. Jänner ab 11.00 Uhr.

Die Welt – eine Welt geht unter …………………

Vorfreude

Gerne denke ich an meine Vorfreuden, die ich als Kind leben durfte. So war nach dem alltäglichen und harten Brot das weiße und süße Brot zu Ostern etwas ganz Besonderes und wir Kinder haben uns gefreut. Oder das „Kracherle“, das uns der Großvater beim Londsprochmorkt gekauft hat  oder die Vorfreude auf die Festtage wie Weihnachten oder Ostern. Und so war für mich während der Schulzeit im Heim der Samstag Mittag die schönste Zeit, denn da durfte ich mich auf ein Wochenende mit Musik, Sport, Lesen und Besuchen „vorfreuen.“Und jetzt in diesen Tagen und Wochen wo sehr oft der Weltuntergang am 21. Dezember ins Gespräch gebracht wird, kommt mir diese Vorfreude in den Sinn.

Ich freue mich auf eine Neue Zeit, eine Neues Schauen und Erkennen.

Und die Welt wird sicher nicht untergehen. Untergehen und zur Wertlosigkeit verurteilt werden die gläsernen Scheinwelten, die uns einen Irrgarten von Zahlen und Quoten gebracht haben und uns einen Rhythmus aufgedrängt haben, der nicht zu uns Menschen passt. In diesem langen und aufgezwungenem Gehorchen haben wir uns selbst verloren, sind Hörige geworden. Haben nach Außen gehört und haben auf die Bewertung von Außen gehofft und vertraut und uns dementsprechend eingesetzt. Die eigene Stimme ist immer stiller geworden bis sie nicht mehr war. Hie und da kurze Revolutionen die deshalb nicht zu Ende getragen werden konnten, da sie sehr oft ebenfalls mit Gewalt und Zwang in Verbindung waren. 

Die Menschen sind in ihrem Kern stark genug

Es sind die ständigen Fragen, die eine Veränderung einleiten. Wir fragen uns: müssen wir uns alles gefallen lassen. Leben wir überhaupt noch oder werden wir gelebt? Wo finden wir uns selbst, wo spüren wir, dass wir überhaupt noch vorhanden sind mit unserem eigenen Potential, mit unseren eigenen Wirklichkeiten. Alles Einzigartige und Echte, alles Eigene und Identische scheint in einem großen Fluss der fremden Machenschaften unterzugehen. Wir werden be-ein-flusst. Wir werden in diesen großen Strom der tendenziösen Hörigkeit hinein geworfen: durch gesteuerte Berichte, erfundene Epidemien, angstmachende Vorhersagen. Und das Schlimmste ist, dass wir es gar nicht mehr merken, wie wir nach und nach uns selbst aufgeben, unsere eigenes Sein und unser eigenes Land. Beim Aufwachen wird es zu spät sein, denn wo nichts mehr ist, kann nichts mehr wachsen. Nein, es ist noch nicht zu spät. Tagtäglich darf ich dies erfahren und erleben. Und wir dürfen nicht die ganze Welt verändern wollen. Nein, beginnen wir bei uns selbst. Bei unserem Kern, in uns. Wir alle haben einen starken Kern, eine Kernkraft in uns, die dann zu einem Fundament für ein stetes eigenes Wachsen werden kann, wenn wir diesen Kern von dem angehäuften Müllberg der Entfremdung, der angelebten Hörigkeit, der Unselbstständigkeit, der Außenbetrachtung, befreien. Und wie kann dies gelingen: beginnen wir jetzt uns selbst mehr Spielraum zu schenken. Schauen wir in uns hinein und sehen nicht nur fern. Und es ist die Kraft, die Kostbarkeit der Stille, die uns den Dialog mit uns selbst schenkt. Ein kleiner stiller Spaziergang täglich kann da Wunder wirken. Die Bilder die wir sehen, werden andere sein. Wir müssen nicht besitzen, aber wir dürfen sehen, hören, erahnen, träumen, verwirklichen. Uns selbst verwirklichen. Ich glaube an diese unendliche Kernkraft der Menschen und in vielen Begegnungen mit den Menschen und mit der Schöpfung durfte ich diese Erkenntnis als großes Geschenk annehmen. Aus vielen kleinen, persönlichen Potentialen werden viele kleine Wirklichkeiten  gebaut werden die sich nach und nach finden und zu einem erfüllenden Netzwerk werden. Auf dieses vielfältige, von Menschen für die Menschen geschaffene Mosaikbild freue ich mich und ich werde all meine Kraft verwenden einen kleinen Beitrag für dieses Bild zu leisten. Euch alle lade ich zum Mitgehen ein. Die Tschenglsburg hat offene Türen und die Kerzen brennen für alle.

Und die Welt wird nicht untergehen. Nein. Wir werden unsere Welt neu erleben. Die Welt des rein Materiellen ohne  Seele, ohne Emotionen und Gefühle, die wird nach und nach untergehen müssen. Weil wir es so wollen und tun.

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