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Tages-Archive: 30. Januar 2012

Im erfüllenden Raum der Liebe – Kostbarer Spielraum für uns Menschen

Lichtkuss

Bild-Raum

„Wir leben höchstens 5-10% von unseren Möglichkeiten als Menschen“, höre ich eine Stimme sagen. Bin unterwegs und es ist Nacht  und der Vintschgerwind bläst und es ist unangenehm kalt. Unter meinen Füßen gefrorener Schnee und glattes Eis und nur manchmal finden meine Schuhe festen erdigen Boden. In den Dörfern flimmern die Lichter und hier bei den alten Feldern ist es still und dunkel und der Blick zum Sternenhimmel ist frei. Trotz der Kälte ist mir nicht kalt und irgendwie habe ich das wohlige Gefühl, dass mein Körper sich zurück zieht und meine Seele jetzt mehr Raum bekommt. Und da ist diese ersehnte Wärme die von innen kommt und von den Lichtern am Himmel verstärkt wird. Erahne einen Raum und erahne Bilder und kann keine Sprache finden für Bilder und Raum. Ganz deutlich aber ist er da, dieser Bild-Raum der mir Wärme und Wohlgefühl ist und der mich mir nahe sein läßt. Und jetzt ist es kein bärtiger Herrgott, der sich mir zeigt. Es ist wie eine große Gesamtheit , eine allumfassende Zusammenfassung, die mich umgibt und behütet und die mir eine selten erfahrene Leichtigkeit schenkt. Mit einem Lächeln in meinem Fühlen erspüre ich etwas das ist und doch nicht wirklich ist. Nein, es ist keine Vermutung. Es ist wirklich und ich suche ein Wort, einen Namen für das Seiende und Vorstellbare, Nicht-Greifbare. Und die Bilder von Kindheit und Zärtlichkeiten und die Bilder von alten Bäumen die in das Blau wachsen und die Bilder von Wasserspiegeln und der Ruf der Waldbäume und die Freundlichkeit der Tiere und die Melodie des Baches und die schützenden Hände von Vater und Mutter und die Nähe von Menschengesichtern führen in den Bild-Raum der sich in das Wort Liebe legt. Und nun habe ich den Ausdruck gefunden, den ich finden wollte für die große Zusammenfassung und für den großen Gesang, der uns Menschen geschenkt. LIEBE. Tausend Jahre langes Gehorchen und Nachfolgen und das Verlassen der eigenen Wege und Möglichkeiten haben uns in eine Welt von Zahlen und purem Denken gejagt und all jene die im rein rationalen Denken vorausgegangen und nach vorne geprescht sind, haben sich von den Wirklichkeiten entfernt und haben sich selbst an den Rand gedacht bis zum Geht-nicht-mehr. Sie haben etwas Unentbehrliches zurück gelassen: ihre Seele. Und die meisten von uns und von unseren Vormenschen  haben nach einem Gott gesucht, der herrscht und waltet und befiehlt und in diesem Suchen haben sie Herrscher und Verwalter und Befehle gefunden und dabei die Sehnsucht nach jenem Gott verloren der sich uns immer und ewig in der Liebe zeigt. Und das Wort Liebe ist verbraucht so wie das Wort Gott verbraucht ist. Gott ist die Liebe und die Liebe ist Gott. In diesem Raum von Liebe finden wir unsere Möglichkeiten und unsere Erfüllung. Und es ist ein wertvoller Spielraum, den wir bespielen dürfen mit unseren Fähigkeiten, mit unseren Sehnsüchten und Träumen und Wirklichkeiten. Wir leben in einer allzu bewußten Zeit. Wir wissen so viel, aber wir fühlen so wenig. Und jetzt kommen mir die 5-10% in den Sinn. Aber es ist noch nicht zu spät. Es ist nie zu spät. Jeder Augenblick taugt für einen Anfang, für einen Neuanfang, Die Herrschaft über den Augenblick ist die Herrschaft über das Leben. Wir haben verlernt, unsere Sinne auf etwas ruhen zu lassen. Deshalb erfühlen wir so wenig. Und wir dürfen und sollten uns nicht von unseren Träumen und Illusionen trennen. Ohne Illusionen werden wir zwar weiter existieren, aber wirklich leben werden wir nicht mehr. Sorgen wir uns nicht um das was kommen wird und beweinen wir nicht das was vergeht. Sorgen wir uns lieber, dass wir dahintreiben im Strom der Zeit, ohne unseren eigenen Himmel. Diesen uns eigenen Himmel finden wir in uns. In unserem Innern ist eine Quelle, die nie versiegt, wenn wir nur zu graben verstehn. Und wir müssen schon selbst graben. Wo steckt sonst das Glück, dass wir in einer Welt leben dürfen mit Blumen die wir betrachten dürfen, mit Wolken denen wir bei ihrem Zuge nachschauen dürfen. Wir dürfen den Vögeln lauschen und den Bächen und wir dürfen alles schauen und genießen ohne es zu besitzen. Und es gibt sie noch die einfachen Dinge. Die Felder und die rauschenden Bäume und den Mond und die Sterne und den Sonnenberg und den Wind und trockens Gras und ruhende Erde und stille Steine.  Und wir dürfen die Menschen beobachten und bewundern in ihrem Sein und und ihrer Suche nach Glück und Gott. In unserem Herzen gibt es kein Grundbuch und keinen Besitzbogen. In unserem Herzen ruht der Himmel, der zur Quelle wird, wenn wir uns nicht im Lärm der Außenbetrachtung verlieren und uns damit selbst verlieren. Und nun wollen wir reisen. Wir reisen gemeinsam zur Liebe. Es ist still hier draußen bei der Ottilia Kirche und bei den alten Feldern.  Am Sternenhimmel sind jetzt noch mehr Lichtstrassen und Lichträume die sich in der Dunkelheit wohl fühlen. Erst durch die Dunkelheit werden Sterne sichtbar, durch sie werden sie zum Licht. Bin mit mir allein und ich bin allein. Höre die Stimme der Nacht und höre den Klang meiner Sehnsucht und bin, bin ganz nah bei mir. Und tausend Melodien und Lieder die sich in einen einzigen Gesang finden und alles ist ein Nichts und es ist Leere und Tiefe und eine große Leichtigkeit. Und in dieser Leere und Stille und im Nichts zeigt sich ein Bild-Raum der mir bekannt ist. Manchmal scheint er mir nah, ganz nah und dann wieder weit weg. In den Augenblicken kann ich ihn für Augenblicke erfassen und erfühlen und plötzlich finde ich in diesem DU mein ICH. DU, mein Bild-Raum, bist mir Spiegelung und Erkennen. In Dir erkenne ich mich und finde mich. DU bist die LIEBE. Alles was ich in mir trage, alles was ich aus meiner eigenen Quelle schöpfe, bin ich. Aber der Weg zu diesem ICH führt über tausend Zärtlichkeiten und Zartheiten, die wie ein Geländer sind und begleiten und zur Liebe führen. Zärtlichkeit ist für die Liebe dasselbe wie der Tau für die Blumen. Betrachten wir doch alles mit der uns eigenen Zartheit und lächeln wir unsere Zärtlichkeit. Liebe ist ein Weg. Immer neu begangen und nie endend. Und die Liebe tragen wir in uns. Wir finden sie in jedem Augenblick. Jetzt, ja jetzt. Und wir beginnen zu lächeln und wir wissen, dass wir die Liebe in uns tragen. Und jetzt ist unsere Reise, eine Reise des Augenblicks. Und ich werde zurück gehen. Zurück zu mir wo ich bereits bin. Will den Menschen mit Achtung und Vertrauen begegnen und in der Liebe wachsen. Durch die liebevolle Betrachtung wird alles schön. Und die Liebe ist wohl das einzige, das sich immer vermehrt und wächst, auch wenn wir es verschwenden.


Das Licht besiegt die dunklen Wolken

He ihr Menschen, da bin ich. Ich Vogel

 

Prinz Chaos II und Dominik Plangger beeindrucken mit ihren Liedern

Zwei Musiker und zwei Extreme im Einklang

Sie waren fünf Tage auf dem Gutshof von Konstantin Wecker in der Toskana. Haben dort ein Lied aufgenommen und geprobt und gesungen und Pläne geschmiedet. Prinz Chaos II und Dominik  Plangger. Gestern, Sonntagabend haben sie in der Tschenglsburg gesungen und gespielt und beeindruckt. Prinz Chaos II, der „Südtirol“ erobern und von seinem Schloss in Südthüringen aus „regieren möchte“, lebt von seinen Texten und von seinen überraschenden Einfällen. Seine Musik ist harte Wirklichkeit und seine Texte sind die Begleiter dazu. Es gibt nichts was ihm nicht einfällt. Er kennt sie alle die Situationen und Wirklichkeiten. Er erzählt vom Wert der Arbeit und von den Arbeitern und er läßt das Papamobil in einem Kanal und in 8 Strophen untergehn. Nur selten nimmt er die Spannung heraus aus seinem Tun und legt sich in Gefühle. Ein Prinz begnügt sich nicht. Will immer mehr, will alles. Er steht da und besetzt den Raum und nur dann wenn er Dominik begleitet und wenn sie zusammen singen und musizieren, finden sich zwei Extreme im Einklang und der Zuhörer wird angenehm überrascht und fühlt sich wohl. Prinz Chaos II will nicht beschönigen, er ist ein streitbarer Krieger, der seinen Kampf ausficht, der zusticht und seinen Kampf beenden will. Und auch in seinen Texten finden sich zwei Extreme und geben dem Gedicht, dem Lied einen Fluß, einen Einklang. Der Prinz kann nicht anders. Er muss seine Fähigkeiten heraus lassen und den Mittelpunkt erobern. Nur dann wenn ein Gegenüber sich mit ihm verbindet und in seine Tiefe vordringt, legt sich die Kampfeslust und der streitbare Prinz läßt Stille und Nachdenken zu. Und dann wird all sein Können frei und das „Laute“ bekommt Fülle und Wert und wird zu einem großen Potential. Lieber Prinz, mit Dir möchte ich zu den blühenden Marillenbäumen gehen und Dich beobachten wenn Du in die Feuer der leuchtenden zarten Blüten schaust.

Dominik hat Hausrecht. Er kennt die Tschenglsburg und ist – wie er sagt – gerne hier. Nur langsam findet er zu seinen Liedern. Noch ein Bier, eine Zigarette und dann geht es los. Und wie es los geht. So als wäre diese Zeit der Vorbereitung ein Auffüllen von Zartheit, von Gefühlen, so stark und beeindruckend erleben wir seine Lieder. Texte und Musik leben in Zweisamkeit und der Gesichtsausdruck von Dominik verbindet beide. Und es ist still in der Stube und die Mauern fühlen mit und der Raum wird erfüllt von einer Sehnsucht nach Freiheit, Liebe, Aufrichtigkeit und Frieden. Dominik ist überall zu Hause, aber er ist kein Heimatloser. Seine Wurzeln sind klar und sie zeigen sich. Dominik kennt keine Grenzen, Normen sind ihm ein Greuel und er gehorcht nicht. In seinem Ungehorsam ist er stark und eigenständig und singt bewusst und von seinem Innersten heraus. Seine Lieder erreichen die Menschen direkt und andauernd und bleiben da. Geduld müssen sie alle haben, die Zuhörer, denn Dominik lebt die Geduld und die Langsamkeit und er läßt sich nicht antreiben.

Lieber Prinz, lieber Dominik, fliegt hinaus in die Welt wie die Vögel, frei und immer in Gefahr. Kommt aber zurück zu uns und erzählt von Euren Freiflügen, damit wir uns immer mehr befreien können vom Zwanghaften und vom Gehorchen und damit wir immer mehr fähig werden so zu sein wie wir sind. Ihr Zwei habt uns gezeigt wer Ihr seid. Zwei Extreme im Einklang. Danke und bis bald.

Karl Perfler

Dominik Plangger und Prinz Chaos II

Dominik Plangger

Prinz Chaos II will "Südtirol regieren"

Der Prinz

Zwei von den glücklichen >Zuhörern

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Fuchsburger kehren in die Tschenglsburg zurück

 

Musikalisches Wiedersehen nach mehr als dreißig Jahren

Hier in der Tschenglsburg haben sie geprobt, geträumt, gearbeitet, geredet, Visionen erdacht und Pläne geschmiedet. Nach mehr als dreißig Jhren sind wieder zusammen gekommen, die Fuchsburger, und die Wiedersehensfeier wurde zu einem rauschenden Fest. Es gab so vieles zum Erzählen und die alten Bilder legten sich  in der holzgetäfelten Stube in die Gegenwart. „Woasch nu…..?“, wieviele Erinnerungen und „wia schnell isch die Zeit vergongn“ und „do hobmr spielt“, und noch „Teitschlond und in die Schweiz seimr gfohrn und hobm spielt“. Die mitgebrachten Instrumente sind lange liegen geblieben. Zuerst wurden alte Erinnerungen aufgefrischt und es wurde gegessen und getrunken. Unten in der Gaststube haben die Tschenglser auf die Musik gewartet, denn viele von ihnen konnten sich noch an diese 9 Burschen, die Musik machten, erinnern. Aber die Zeit…….hat viel verwischt und langsam, langsam kamen sie wieder die alten Lieder und die alten Bilder wurden neu und klar. Und dann waren sie nicht mehr zu halten. Musiker kennen keine Sperrstunde und wenn sie einmal losgeslassen, gibt es kein Aufhören mehr. Und es wurde Abend und Nacht und der Morgen kam und die Freunde und die Freundinnen kamen in die Burg und das Frühstück und dann kam ein neuer Mittag und die frische Tschenglser Sonne konnte die Msuiker nicht aus den Mauern locken und so wurde es nocheinmal Abend und immer noch die alten Lieder. Irgendwanhn wurde es still hinter den Schlossmauern. Die Musik verstummte und die Lieder waren alle gesungen. In der Burg aber bleiben die Melodien zurück und ganz sicher bleibt die Erinnerung an eine wunderschöne Zeit. Danke Fuchsburger,  die Mauern sind mit Eurer Kraft neu aufgefüllt und die Lieder werden bleiben und Euch wünsche ich weiterhin Gesundheit und jenen Frohsinn und jene Gelassenheit, die Musiker eben auszeichnen. Kommt wieder einmal in die Burg und lasst nicht wieder Jahrzehnte verstreichen. Wir freuen uns auf Euch und auf Eure gezeigte Lebensfreude.

Die Fuchsburger in der Tschenglsburg

 

Wie früher stehen die Instrumente bereit.....

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