Offenes Singen in der Tschenglsburg – “die Stub isch voll gwes`n und es wor fein”
Sie saßen eng zusammen in der warmen Stube. Ernst Thoma brachte die SängerInnen die aus Nah und Fern gekommen waren in musikalische Bewegung und es wurde gejodelt, gesungen, getanzt und bis spät in die Nacht diskutiert. Gernot Niederfriniger spielte auf der Steirischen und unterstützte die SängerInnen und Martina Wienchol jodelte vor und alle jodelten mit und so wurde das 1. Offene Singenauf der Tschenglsburg zu einem freundlichen und angenehmen Singabend.
Der gelungene Singabend wurde vom Südtiroler Volksmusikkreis Bezirk Vinschgau organisiert.
Weitere Veranstaltungen aus dem Veranstaltungskalender des Südtiroler Volksmusikkreises/Bezirk Vinschgau
Sonntag, 25. März: Schluderns Pfarrkirche/Kalvarienberg – Passionssingen, 14.00 Uhr
Sonntag, 20.Mai: Tschengls, Pfarrkirche – Offenes Mariensingen, 17.00 Uhr
Montag, 18. Juni: Glurns, Gasthof “Zur Post” – Singen und Tanzen für alle, 20.00 Uhr
Offenes Singen in der Tschenglsburg am Montag, den 20. Februar ab 20.00 Uhr
Singleiter: Ernst Thoma unter Mitwirken von Gernot Niederfriniger
Die Tschenglsburg hat sich nicht nur zu einem interessanten Gesprächsort entwickelt, sondern in der Burg wird auch viel musiziert. So freut es mich als Schlosswirt und Gastgeber ganz besonders, dass der Südtiroler Volksmusikkreis, Bezirk Vinschgau am Montag, den 20. Februar – Andreas Hofer Gedenktag – mit Beginn um 20.00 Uhr ein Offenes Singen organisiert. Ernst Thoma wird den Singabend leiten.
Danke, lieber Gernot, dass Du als Vertreter des Volksmusikkreises, die Tschenglsburg als Ort für das Offene Singen gewählt hast.
Wir alle freuen uns auf diesen Singabend.
Wenn wir im Leben weitergehen – Gedanken von Elisabeth
Wenn ich an Tschengls und den Vinschgau denke, erinnere ich mich zuerst meiner Kindheit. All die Jahre, unbeschwert und frei in den Tag zu leben, welch herrliche Momente wir in unseren reinen Kinderseelen erleben durften, wie weit über die Bergspitzen hinaus die Phantasie uns davontrug. Dann erinnere ich mich der Liebe zur Natur, vor allem zur Landschaft, die mich so viele Jahre umgab und prägte. Einem ständigen Wandel unterworfen wie ich selbst. Stunden damit zugebracht Wälder zu durchstreifen, heroische Taten zu planen oder einfach nur auf nacktem Gras zu liegen und den Klängen unserer Erde zu lauschen. So zogen die Jahre ins Land, auf Entfremdung folgte Annäherung und auf diese wiederum Entfremdung. Aber immer bis zu einem Punkt, an dem Hürden bewältigt wurden und es galt eine neue Welt zu erforschen, neuen Gedankengängen nachzuspinnen. Ich sitze hier, beglückt vom Leben, auf der Suche nach Wurzeln, nach den Ursprüngen von Konflikten , nach Reduktion und Vielfalt. nach Liebe. Diese Suche bewegt mich, treibt mich an, beflügelt mich und führt auf eine Gratwanderung zwischen Realität und Wahnsinn.
Zunächst gilt es eine Essenz zu finden, in der wir alle uns erkennen können, welche uns am Leben erhält, um von dieser ausgehend, die uns ständig beeinflussenden Wirrnisse erst begreifen zu können bzw. in ihrer Tragweite zu erkennen. Die Suche nach dem “besseren” Leben zum Beispiel oder nach dem einfachen Überleben, bedrängt uns und manifestiert sich vor allem auch in der Landschaft. Diese wird zur Kulturlandschaft. Sie ist uns scheinbar vollständig unterworfen und bleibt irgendwann verstaubt oder verbaut zurück.
Schuldzuweisungen sind dabei nichtig, wir sind alle Träger dieser unserer Zeit. Sehen, hören und versuchen zu verstehen. Vielleicht schwimmen wir mit, vielleicht bleiben wir stehen aber hören wir niemals auf weiterzugehen.
Ich erinnere mich der Menschen, welche all dies zu umschließen suchen, mit ihren Träumen und Hoffnungen. Wenn ich ehrlich bin , verstehe ich nichts. Es fühlt sich nur irgendwie an und dieses Irgendwie mündet irgendwann in Gedanken und schließlich in Worte, welche wiederum neue Gefühle zu erzeugen vermögen. Wenn ich nun diese Menschen betrachte, muss ich mit ihnen lachen, weinen, schreien, glücklich und traurig sein.
Vereinen wir dies alles und einiges darüber hinaus in etwas Konkretes, etwas zum Anschauen, zum Angreifen, zum darin Wandeln. Was soll dann entstehen? Ein Ort zum Austausch, zum gemeinsam und einsam sein, umgeben von Fröhlichem, Buntem und Wildem, von Erinnerungen, die oft vielleicht noch ungekannt sind.
Wollen wir einen Weg beschreiben, welcher schon so oft gegangen wurde und immer wieder zu neuen Erkenntnissen führte und führt? Wollen wir ein übergeordnetes Landschaftsbild erzeugen in dem für jeden Platz zu sein scheint?, wollen wir uns versöhnen mit uns selbst?, unseren Mitmenschen und der Natur? Einen Schlüssel finden wir dabei vielleicht in einem ehrlichen Umgang, frei von komplexen Beziehungsmustern, hochstilisiert und verbreitet als Unwahrheiten, verletzend und tödlich, verzweifelte Versuche einer heuchlerischen Selbstgerechtigkeit. Denn wie wollen wir aus dieser Welt je eine “bessere” machen, wenn wir nicht einmal fähig sind uns selbst und anderen ehrlich zu begegnen, wenn wir nicht verzeihen, nicht mitFühlen lernen und es nicht schaffen dem Wesen dieser UNSEREN WELT zu lauschen welches uns von LIEBE erzählt.
Und ich wollt Dir noch sagen, dass ich`s nicht wichtig finde wie alt Mann/Frau ist oder wann Mann/Frau eine für sich wichtige Erkenntnis erlangt, vor allem weil jeder Abschnitt im Leben zu dieser Entwicklung beiträgt, das ICH ist im ständigen Wandel bis zum Tode , vielleicht auch darüber hinaus.
Es ist schön mit Dir zu reden. Danke.
Lichterlabyrinth im Duft der Nacht und die bewegte Stille in der Pfarrkirche
Eindrucksvolles Konzert zum Fest für den Frieden

..wird zu einem großen Gesang für den Frieden. Den Frieden in uns, mit unseren Mitmenschen und zwischen den Völkern
Die Menschen, die zum Feste geladen waren sind gekommen und die kalte Kirche durfte sich wärmen. Und s0 saßen und standen sie da und wollten dem Frieden horchen. Und die große Dorfkirche von Tschengls war gefüllt mit Gedanken, mit Hoffnungen und mit Frieden und mit einer tiefen Sehnsucht nach Liebe. Und die Kerzen im Friedenslabyrinth brannten schon als die vielen Menschen in die Kirche traten und in der Kirche war es still und es wurde immer stiller und die Stille war nicht einfach zu ertragen. Alle wollten sie schweigen und etwas sagen und in der Stille schweigend reden und sich ausdrücken und verzeihen und reden wollen und Umarmung tun und zulassen und dann bewegte sich die Stille in den Klang leiser Musik hinein und Stimmen von Menschen liebten die Stille und verbanden sich mit ihr und wurden zum Lied und zum Gesang für den Frieden. Und dann wurden sie alle wieder gefordert durch die Kraft der Stille, die es anzunehmen und auszuhalten galt und immer wieder die Erlösung durch das gesprochene Wort und den Gesang. In die Stille, in eine lange Stille legte sich der Klang der Kirchenglocke die zum Gegrüßt seist Du Maria aufrief und jeder Ton war ein Mosaikstein in einem großen und zusammenfassenden Ave Maria Läuten. Und Martina lud sie alle ein, miteinander in die Welt der Töne zu lauschen und zu singen und zu summen und Teil dieses Konzertabends zu werden. Und die stillen und schweigenden und liebenden Menschen gesellten sich zu Bass und Sopran, zu Alt und Tenor und die Kirchenmelodie wurde zu einem wachsenden Ertönen und zu einem gemeinsamen weiten Land der bewegten Sehnsucht nach Liebe.

Das Licht des Friedens hat sich durchgesetzt. Liebe TschenglserInnen, danke. Danke auch an alle die von außerhalb Tschengls zum Fest für den Frieden gekommen sind.
Danke an Dich Martin (Mesner), an Martina Wienchol und ihren Sängern/SängerInnen von Suvendas, danke an Euch alle die ihr gekommen seid mit uns das Fest für den Frieden zu feiern.
Verzeihn, aber nicht vergessen und unser Sein in eine allumfassende Liebe legen
Luis Raffeiner in der Tschenglsburg und 500 Kerzen auf dem
Kirchplatz in Tschengls

Luis Raffeiner (im Rollstuhl), Luise Ruatti und Kinder der Mittelschule Laas, die zur Ausstellung "Ich war im Krieg" gekommen sind

500 Kerzen vor der Tschenglser Pfarrkirche als Symbol für die 500 Einwohner von Tschengls (Foto: Florian Peer)
Es ist ein kalter Wintertag, der 10. Februar 2012. Luise Ruatti ruft mich an und erfreut teilt sie mir mit, dass sie Luis Raffeiner mitbringen wird. Für einen Moment wird es in mir still und ich denke an die Texte und Bilder von Luis, diesem Soldaten und Südtiroler aus Karthaus, der an der Ostfront seine Pflicht als Kriegssoldat der Deutschen Wehrmacht erfüllt hat. Eine Klasse der Mittelschule aus Laas kommt heute zur Ausstellung und Luise Ruatti wird die Kinder durch die Ausstellung begleiten. Und jetzt habe ich und die Kinder die Möglichkeit und das Glück den Protangonisten der Ausstellung persönlich kennen zu lernen.

Beeindruckend: im Hintergrund auf dem Foto der junge Soldat Luis Raffeiner und im Rollstuhl Luis Raffeiner und neben ihm stehend Luise Ruatti, die mit ihm zusammen das Buch "Wir waren keine Menschen mehr", geschrieben hat
Die Kraft, der Glaube und der Wille der Menschen setzen sich durch und die
Kerzen brennen friedlich
“Das Fest für den Frieden führt zu einer liebevollen Umarmung”

Für einen eigenen Weg, für ein erfüllendes, lebendiges und eigenständiges Wachsen braucht es ein starkes Fundament, damit der Turm Neues Licht, die Neue Sonne einfangen kann (29.Jänner 2012)
Und eine Wanderung, eine Reise beginnt mit dem ersten Schritt. Und dieser erste Schritt ist meistens auch der schwierigste. Das Licht ist kaum erkennbar und wir fühlen uns allein und oft auch hilf- und mutlos.

Die zaghaften, aber mutigen Lichter sind vom Dunkel umgeben und sie haben es nicht leicht. Ein Licht von 5 hat aufgegeben und brennt nicht mehr. Diese Lichter sind wie die Marillenblüten, die sich mutig und selbstbewusst den Bedingungen stellen
Die vier Lichter aber, die überlebt haben werden immer mehr und bald ist der ganze Platz voll von Lichtern und die Menschen sind erstaunt und freuen sich und sind still. Die Ave Maria Glocke hat beim Konzert in der Kirche in die Stille geläutet – danke Martin – sie war klar und deutlich hörbar. Jeder Glockenschlag als Teil einer starken Botschaft.

und Einsatz und Freude dabei. Sie bereiten heute Abend einen Weg für die Menschen die zum Fest für den Frieden gekommen sind.
Und die Lichter hatten es heute Abend sicherlich nicht leicht. Sie hatten mit starker Gegenwehr zu kämpfen. Kalter Wind wollte sie immer wieder ausblasen. Der Wille, die Begeisterung und das Vertrauen der Menschen, die mitgeholfen haben und die die Lichter vorbereitet haben, haben sich aber durch gesetzt und sind heute Abend beim Fest für den Frieden Symbol für das Neue Licht, die Neue Sonne.
Danke, liebe Freunde vom Imkerverein , danke Sepp, Hans, Armin die ihr die Jugendlichen unterstützt und ermutigt habt. Und besonders danke an die Jugendlichen die sich sehr viel Mühe gegeben haben und bei diesen schwierigen Wetterbedingungen den Menschen ein eindrucksvolles Lichterlabyrinth geschenkt haben.
In der Erinnerung werden die Lichter vom Tschenglser Kirchplatz weiter brennen und wenn manchmal Vorurteile und falsche Anschuldigungen Unfrieden und Unbehagen stiften, werden sich die Lichter der Vernunft, der Verständigung und der Liebe durchsetzen und Friede wird sein. Unser Sein wird sich in eine allumfassende Liebe legen.
Und durch die Liebe wird das Leben zu einem Fest
Vorankündigung: Samstag, 31.03.2012 Unterwegs zur Marillenblüte
Unterwegs zur Marillenblüte
Samstag 31.03. 2012
Samstag, 31.März – Marillenblütenwanderung auf dem Vinschgauer Jakobsweg
Von Staben nach Laas und vom Tartscher Bichl nach Laas
Treffpunkte
A)06.00 Uhr – Tartscher Bichl – “Morgengruß “
06.30 Uhr – Start der Marillenblütenwanderung auf dem Jakobsweg nach Laas – über Glurns, Söles, Lichtenberg, Agums, Prad, Tschengls nach Laas.
Richtzeiten für Zustiege (zur Wandergruppe) in den Dörfern unterwegs
Glurns 07.00 Uhr, Lichtenberg 9.30 Uhr, Agums 10.00 Uhr, Prad 10.30 Uhr, Tschengls 12.00 Uhr -
Ankunft in Laas 14.30 Uhr (Empfang, Konzert, Feier)
B) 06.00 Uhr – Staben – Kirchplatz – “Morgengruß”
06.30 Uhr – Start der Marillenblütenwanderung auf dem Jakobsweg über den Stabner Waalweg, Latschander Waalweg nach Tschars, Kastelbell, Latsch. Weiter über Goldrain/Tiss, Vetzan, Schlanders, Laas.
Ankunft in Laas 14.30 Uhr (Empfang, Konzert, Feier)
Die Marillenblütenwanderung findet bei jeder Witterung statt. Anmeldung und Auskünfte bei Karl Perfler,
Tel. 3200829165 oder karl.perfler@rolmail.net
Weitere Veranstaltungen im Rahmen der 1.Vinschgauer Marillenblüten-Tage
vom Samstag, 31. März bis Sonntag, 22. April
Dienstag, 03.04. und 10.04. und 17.04.- Mittwoch, 04.04. und11.04.und 18.04.- Donnerstag, 05.04. und 12.04. und 19.04. – Freitag, 06.04. und 13.04. und 20.04. Konzertwanderungen zur Marillenblüte mit Karl Perfler von Prad nach Tschengls – Konzert jeweils um 12.00 Uhr in der St. Ottilia Kirche. Treffpunkt Camping Sägemühle Prad: 11.00 Uhr. Anmeldung notwendig bei Karl Perfler,
Tel. 3200829165 oder karl.perfler@rolmail.net
Mitte April: 1. Tschenglsburger Gespräche
Warum unterwegs zur Marillenblüte?
In meinen geschriebenen Aufsätzen und gedachten Ünberlegungen habe ich öfters daruf hinweisen dürfen, dass es gerade in der heutigen Zeit der gefühlten Veränderungen wichtig und hilfreich sein kann und wird, wenn wir unser eigenes Potential, unseren Weg (eigen oder entfremdet) hinterfragen. Damit wir überhaupt hinterfragen können, müssen wir vorerst einmal uns selbst finden. Unser ICH und das ICH unserer Heimat. Und dies ist gar nicht so einfach. Wieviel wurde übergestülpt, wieviel aufgezwungen, entfremdet. Und wie sollen wir unter all den “schweren Schichten” uns selbst finden? Haben wir überhaupt ein ICH? Ein ICH das wir spüren, das sich bemerkbar macht, wenn wir entscheiden, auswählen, Verantwortung übernehmen sollen? Oder folgen wir einfach ohne Zögern all dem was eben alle tun? Wenn es alle tun, dann wird es wohl recht und richtig sein, so unsere leichte Ausrede und Rechtfertigung. Und irgendwann, spätestens dann wenn wir merken, dass wir nicht mehr existieren, dass wir “einfach mitgegangen” sind und uns plötzlich in einem Meer von Gleichgeschalteten wiederfinden und ohne festen Boden unter unseren Füßen sind und ohne eigene Orientierung dann entsteht in uns so etwas wie Hilflosigkeit und Panik. Wir suchen nach eigenem SEIN und jetzt müssen wir nach diesem eigenen SEIN graben, denn es hat sich unter diesen Platten des Aufgezwungenen und Allgemeinen und Oberflächlichen, versteckt. Liegt plattgedrückt, deprimiert da. Aber, Gott sein Dank, es liegt noch da. Und jetzt wollen wir hinaus gehen in die Naturlandschaften und in die Schöpfung, wollen den Mitmenschen begegnen und wissen und fragen und Stille leben und nicht mehr nur Abhängige in einer großen Wirklichkeit sein. Wir suchen unsere eigene Wirklichkeit. Das ist diese NEUE ZEIT. Die Sehnsucht wächst mit der SUCHE, wächst mit dem UNTERWEGSEIN.
Die Marillenblüten sind unsere Vorkämpfer, sind Krieger des Lichts. Sie stellen sich mutig und frei und ohne Angst den schwierigen Bedingungen. Sie wählen einen eigenen mutigen Weg und erfüllen und vollenden sich in einer herrlichen Frucht des Sommers. Sie legen sich in den Kreis, sind nicht Linien die irgendwo in der Sackgasse enden und aufhören zu sein. Die Vinschger Marille ist und bleibt die Vinschger Marille. Sie ist hier zu Hause und hier entfaltet sie ihr ganzes SEIN, ihr SO-SEIN. Sie braucht den Wind, die Sonne, die Liebe der Menschen und das Licht der freien Himmel. Die Marillenblüte begleitet uns zu unserem eigenen Sein und zum Potential unseres Tales an der jungen Etsch. Und so werden wir am 31. März gemeinsam durch unser Tal, durch unser Heimattal wandern und es wird Stille sein und es wird Musik sein und es werden Gespräche sein und Austausch und Kraft und Hilfe und Liebe und Hoffnung und Vertrauen und Zuversicht und eine große Zusammenfassung wird unser GEHEN begleiten. In der Gemeinschaft dürfen wir dieser großen unmessbaren Zusammenfassung, Gesamtheit und immerwährenden LIEBE begegnen. Und wir dürfen uns freuen, denn wir sind allein und gemeinsam gleichzeitig unterwegs. Jeder in seiner Art und doch behütet von “Gleichsuchenden” und es wird nicht bei dieser gemeinsamen Wanderung enden. Nein, die Gedanken, die gemeinsamen Gedanken und Wünsche und Träume und Wirklichkeiten werden immer wieder zusammen finden. Einen Anfang machen wir am 31. März. Geht einfach mit. Gerne begleite ich Euch.

Prozession in Tschengls (hinten Eyrs und der Sonnenberg)früher: Wege und Begegnungen und gemeinsame und persönliche Anliegen, Hoffnungen, Wünsche, Träume und Wirklichkeiten

...ein Kreis, der uns zur Kraft und Freude von Mutter Erde, zur Freiheit der Luft und zur Wärme des Feuers, begleiten wird. (Tartscher Bichl 2011-Karl Perfler begleitet Menschen verschiedener Herkunft zum gemeinsamen Kreis)

...die Linie gebärt keine Sieger. Die rein rationale Linie führt unweigerlich in die Sackgasse. Durch die "Beseelung" wird die Linie zu einem Kreis und wir Menschen zu eigenständigen freien Menschen, geborgen im unendlichen Kreis der LIEBE
Karl Perfler
Ausstellung “Ich war im Krieg” – Ein Fest für den Frieden am Samstag, 11.02.
Ein Fest für den Frieden
Samstag, den 11. Februar 2011
19.00 Uhr Pfarrkirche Tschengls: Konzert mit dem Vocal Ensemble Vinschgau
Texte zum Frieden von Karl Perfler
anschließend in der Tschenglsburg ein Festabend
mit Musik, Literatur und vergessenen Gerichten
(für den Festabend ist eine Voranmeldung erforderlich: tel. 3200829165 )
Vor der Pfarrkirche werden die Jugendlichen von Tschengls ein Lichterlabyrinth aus 500 Kerzen errichten
(Tschengls hat 500 Einwohner)
Maridl Innerhofer – eine starke Stimme für die Heimat
Tschengls – “Ich war im Krieg”, Option und 2. Weltkrieg
Beeindruckender Vortrag von Dr. Herbert Raffeiner
Sepp Tappeiner war im Krieg und ist zurück gekommen und sein Gesicht erzählt
Trotz allem ein hoffnungsvoller Blick in die Zukunft und Friede im Herzen
Zufriedene Veranstalter und Referenten
“Ich war im Krieg”, gelungener Auftakt für die Ausstellung – weiteres Rahmenprogramm
Vergangenes kann man nicht ändern, aber sich kann man ändern: für die Zukunft
Immer wieder lese ich den Titel des Buches “Wir waren keine Menschen mehr”, das der zurückgekehrte Kriegsteilnehmer Luis Raffeiner und Frau Luise Ruatti geschrieben haben. Und ich stelle mir die Frage: was sind wir eigentlich, wir Menschen? Und wenn wir keine Menschen mehr sind, was sind wir dann? Unmenschen oder verlorene Menschen ohne Menschlichkeit? Oder könnte “Wir waren keine Menschen mehr” bedeuten, dass jeglicher Bezug zu seinem Ich, zu seiner Würde und zu seinen eigenen Gedanken und zu seinem eigenen Wesen, verloren gegangen ist? Stellen wir uns einmal vor: wir sind im Krieg irgendwo an der Front, weit weg von zu Hause, schießen auf Menschen die uns nichts Schlechtes angetan haben, befolgen Befehle, die Offiziere ausführen, Offiziere in Uniform und plötzlich merken wir, dass wir nicht mehr sind. Wir sind degradiert zu Befehlsempfängern und die Befehle und diejenigen welche befehlen sind Teil einer sinnlosen und menschenunwürdigen Tötung und Zerstörung und unser Gewissen flüchtet sich in die Uniform die wir tragen und wir haben das Menschsein abgelegt und die Uniform, das Gewand der befohlenen Zerstörung angezogen. Zitiere aus dem Buch “Wir waren keine Menschen mehr”: “Es war mittlerweile 23 Uhr am Hl. Abend. Wir bekamen den Befehl das Dorf anzuzünden: Kriegstaktik der verbrannten Erde nannte sich das. Alles sollte zerstört werden, was wir nicht halten konnten. “Zu Hause wird der Mesner in diesen Augenblicken die Kerzen für die Christmette anzünden und wir zünden mit unseren Fackeln unschuldigen Menschen ihre Hütten an!” Dieser Gedanke schoß mir dabei durch den Kopf. Aber Befehl war Befehl. Bei extremen Minusgraden wurden die Leute obdachlos. Das war unser Weihnachten und für die unschuldigen Menschen der Tod durch Erfrieren.
Die Sehnsucht
Die Kriegsführer rüsten auf, planen Zerstörung und Elend. Und die Menschen in Uniform werden zu “Wir waren keine Menschen mehr.” Damit wir Menschen bleiben dürfen, sollten wir unsere Herzen aufrüsten. Uns selbst stärken und stark machen, um den versteckten und erkannten Befehlsgebern und Machenschaften die Stirn bieten zu können. Und wir haben genug von diesen Befehlsgebern und wir finden sie in der Vermassung der Menschen, in der Gleichschaltung für ein Ziel: immer mehr, immer schneller und immer höher. Und dabei wissen die Befehlsgeber und Werbetrategen ganz genau, dass die “gehorchenden Menschensoldaten” bald draußen an der Front allein stehen werden und nicht mehr sein werden. Depression nennt man das heute, wenn die Seele keinen Halt mehr findet, wenn wir uns so weit von uns selbst entfernt haben, dass wir mit Luftwurzeln unterwegs sind und gehorchen und alles tun was uns tagtäglich von tendenziösen und rein materiellen Befehlsgebern “empfohlen” wird. Und so finden wir uns eingereiht in den großen Fusionen der Globalisierung und sind Hörige und Abhängige und ohne Sehnsucht. Die Sehnsucht nach rein materiellen Werten ist keine Sehnsucht, das ist Sucht und Selbstaufgabe. Die Sehnsucht werden wir dann spüren, wenn wir aus unserer eigenen Kraft heraus so sein wollen und dürfen wie wir sind. Sehnsucht nach einem gefestigten Kern in uns, damit wir auf einem starken Fundament aufbauend wachsen dürfen ohne uns selbst zu verlieren. Und es entstehen Erzählungen und Wege und Begegnungen und die Sehnsucht freut sich über ihren freien Raum.
Die Aufgabe von Kultur, Kunst, Musik, Poesie
Wir spazieren in der freien Natur, hören die Stimme der Wälder und den Ruf der Vögel. Staunen über den Fleiß und die Arbeit der Menschen und erfreuen uns an Kulturlandschaft. Wir sehen uns Bilder an, die von Künstlern, von Menschen die aus dem Innern heraus malen, zeichnen, an und spüren so etwas wie eine Spiegelung unserer eigenen Bilder. Wir hören unsere Lieblingsmusik und fühlen uns uns selbst und unseren Mitmenschen nah und es kommt uns vor als würden wir plötzlich in einer anderen Welt sein. Wir lesen Gedichte und Texte die uns berühren und die einen Raum in uns öffnen, einen Raum der unser Raum, unser Spielraum ist. Oder wir nehmen an einer Eröffnungsfeier für eine Ausstellung über den Krieg teil und sind betroffen, was wir Menschen wenn wir keine Menschen mehr sind, bereit sind zu tun. Und wir fragen uns: wie kann das passieren? Könnte sowas Schreckliches auch heute noch passieren? Und wir haben plötzlich eine gemeinsame Plattform. Wir erleben gemeinsam und doch individuell Kunst, Kultur, Natur und langsam beginnen wir darüber zu sprechen, tauschen uns aus, wagen es unsere Gefühle zu zeigen und zu leben und schon haben wir eine gemeinsame Sehnsucht. Die Sehnsucht nach dieser uns oft fremden Welt des Unmessbaren. Eine Welt in der wir nicht messen können, nach menschlichem Maße. Es gibt keine Liter, keine Tonnen, keine Kilometer und keine Euro. Und so ist jede gewollte oder ungewollte Begegnung mit Kunst, Kultur, Musik und Poesie eine Begegnung mit unserer Sehnsucht. Und diese Sehnsucht nach einem bewussten Menschsein, nach gelebten Gefühlen bedeutet schlussendlich Liebe. Liebe zu jenen Dingen die uns die Freude an unseren materiellen und rationalen Errungenschaften zurück geben werden, wenn wir bereit und fähig sein können, die Dimension des Messbaren mit der Dimension des Unmessbaren in Gleichgewicht zu bringen. So wird Wirtschaft mit Kunst und Kultur zu einer Einheit und wir alle werden uns nach unseren Möglichkeiten und Fähigkeiten da einsetzen wo wir uns stärker fühlen. Aber nicht in einem namenlosen und beherrschenden Konkurrenzdenken, sondern in einer respektvollen Begegnung miteinander und untereinander. Respekt fördert und fordert die Begegnung. Wir dürfen so sein wie wir sind und werden nicht mehr gleichgeschaltet oder gezwungen oder gedrängt. Diese Sehnsucht nach Euch, nach Euren eigenen Fähigkeiten und diese Sehnsucht nach dem Schönen und Würdevollen wünsche ich Euch und mir und ich bedanke mich bei Prof. Steurer, dass er hier in der Tschenglsburg war und über den Krieg erzählt hat, damit wir bereit werden, Frieden zu suchen und zu leben. Frieden in uns, in unserem Dorf und in unserer Welt. Bei Frau Luise Ruatti bedanke ich mich für das Beispiel das sie mir und uns gibt und ist. Sie lebt ihre Sehnsucht und ihre Worte kommen aus ihrem Innersten. Mit ihrer aufrichtigen und klaren Art erreicht sie die Menschen und trägt dazu bei, die Sehnsucht in den Menschen zu wecken. Die Sehnsucht nach Frieden und Liebe.
Liebe Ruth Kuntner, lieber Adalbert Tschenett, es ist schön und angenehm mit Euch an dieser Ausstellung zu arbeiten. Im Hausgang der Burg erleben wir die großen Zusammenhänge des Krieges und denken über den großen Frieden, den Weltfrieden nach. In der alten holzgetäfelten Stube der Burg bekommt der Krieg Gesichter. Menschen aus Tschengls sind in diesem großen Krieg dabei. Sie helfen uns, den Krieg zu erfühlen und damit die Sehnsucht nach Frieden neu zu wecken. Am Burgeingang haben gestern 22 Kerzen gebrannt. Sie sollten an jene Tschenglser erinnern, die weit weg von der Heimat sterben mussten. In einer Uniform, die sie zu Befehlsempfängern degradierte. Der Tod von unseren Mitbürgern und von allen im Krieg verstorbenen Menschen soll nicht umsonst gewesen sein.

Prof. Leopold Steurer bei seinem beeindruckenden Vortrag. An seiner Seite, Frau Luise Ruatti.Im Hintergrund interessierte Zuhörer

Die Bibliotheken von Tschengls und Laas haben in der Stube der Tschenglsburg themenbezogene Bücher ausgelegt. Diese stehen den Besuchern während der Ausstellung zur Verfügung. Danke an die Verantwortlichen der Bibliotheken.
Weiteres Rahmenprogramm
Samstag, 04. Februar: Tschengls während der Optionszeit und im 2. Weltkrieg. Referent: Dr. Herbert Raffeiner. Beginn 18.00 Uhr
Sonntag, 05. Februar: Ein Sonntagnachmittag mit Maridl Innerhofer, bekannte Mundartdichterin aus Marling und Tochter des Lehrers Franz Innerhofer, der 1921 von den Faschisten in Bozen erschossen worden ist. Gernot Niederfriniger wird Maridl musikalisch begleiten. Beginn: 17.00 Uhr
Samstag, 11. Februar: ” Ein Fest für den Frieden” Um 19.00 Uhr: Konzert in der Pfarrkirche und anschließend Festabend in der Tschenglsburg mit Musik und Literatur und vergessenen Gerichten. Für den Festabend in der Burg ist eine Anmeldung erforderlich. (Begrenzte Teilnehmerzahl)
Ab 18.30 Uhr werden vor der Pfarrkirche 500 Kerzen brennen, die ein
Lichterlabyrinth darstellen.
- So ein Lichterlabyrinth werden wir vor der Pfarrkirche am 11. Februar errichtet
Wir freuen uns auf Euren Besuch




























































