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Vintschger Potential: die Sehnsucht nach unserem Potential

Der Vintschger Weg: gar einige verwechseln derzeit noch den Vintschger Höhenweg mit dem „Vintschger Weg“, der vorerst nur seinen Namen gefunden hat. Unter der visionären Führung vom Malser Bürgermeister Uli Veith und in Begleitung von einem Team, das die Vision von Uli Veith teilt, konnte eine technische Basis geschaffen werden, die die Geburt eines gangbaren und wachsenden „Vintschger Weges“ erlaubt. Der Direktor, der das Kompetenzzentrum in Glurns leiten wird, ist gefunden und mit Herrn Kurt Sagmeister wurde ein junger Mann ausgewählt, der beste Vorraussetzungen für diesen anspruchsvollen Job mitbringt. Durfte Kurt Sagmeister kennen und schätzen lernen und bei ihm fand ich jene Mischung, die eigentlich den echten Vintschger ausmacht. Eine stille Tiefsinnigkeit, die oberflächlich betrachtet weitfern wirkt und sich erst im Gespräch stark und als eigene Kraft zeigt und dann die angeeignete und anerfahrene Fachkompetenz, die der erahnten und ersehnten Philosophie eine Struktur und einen Rahmen gibt. Auf der Suche nach Elementen vom „Vintschger Potential“ bin ich genau auf diese Eigenschaften und auf diese Dimensionen gestoßen. Nicht nur wir Vintschger haben einen Sonnenberg und heimelige Dörfer und einladende Täler, saubere Wasser und einen blauen Himmel. Nicht nur der Vintschgau hat starke Erzählungen und eine wechselvolle Geschichte. Diese Vorzüge konnte ich bei meinen Wanderungen auch bei den Nachbarn und in anderen Regionen finden. Was unser Tal aber einzigartig macht – so empfinde ich es – ist der Umstand wie wir mit unseren Wirklichkeiten und Träumen umgehen. Möchte versuchen diese meine Erkenntnis und Einstellung näher zu beleuchten: es gibt nichts „Fertiges“, nichts „Vollendetes“, nichts „an den Rand Gedachtes“ in unserem Heimattal. Alles scheint mir im Fluss. Oft schon durfte ich das Tal der jungen Etsch zu Fuß erleben und ich hüte all die Bilder, die sich mir zeigten und zeigen wie einen kostbaren Schatz und dann wenn ich meine Gedanken in Sprache formen darf, zeigen sich diese Kostbarkeiten und es fällt mir leicht, die Menschen mit meinen Worten zu erreichen, denn es sind die Worte und Bilder meiner Heimat. Jener Heimat, die in mir lebt, die mich so sein läßt wie ich bin. Und genau das ist unser Potential: den Vintschgau so sein lassen wie er ist. Verstellte und entstellte Dörfer und Täler haben wir bereits genug und dieses „Sich-Verstellen“ zeigt sich in den oft traurigen Gesichtern ohne Ausdruck und ohne Eigenschaften. Und was und wie ist der Vintschgau den wir so sein lassen wollen wie er ist? Unser Heimattal kann eine Lebenslandschaft, eine Seelenlandschaft für uns sein wenn wir unsere eigenen, persönlichen  Stärken und Schwächen, unser „Eigenes Sein“ aufrichtig mit den bestehenden und wachsenden Bildern des Tales vereinen. Ist das nicht eine herrliche Aufgabe? Eine Lebensaufgabe, die Generationen von Menschen einbinden würde in die eigene Entwicklung und Entfaltung und damit verbunden in ein harmonisches Werden und Bewahren  von Landschaften, Erzeugnissen, Traditionen, Lebensformen, Träumen und Wirklichkeiten. Und so ist das Vintschger Potential: die Sehnsucht und Freude so sein zu dürfen wie wir sind. Wir und unser wunderbares, wohlklingendes  Heimattal. Und wie sind wir eigentlich und wie können wir uns finden und damit auch verstehen und erkennen, was sie Sehnsucht ist? Gebe offen zu, dass dieser erste Schritt, das Wecken der Sehnsucht, der schwierigste Schritt sein wird. Und ich darf Euch von meinem Weg hin zu dieser unvergleichlichen Sehnsucht erzählen. Bin hinaus gegenagen nach vielen lauten Jahren in denen ich selbst von Schulterklopfern laut gehalten wurde und mich dadurch selbst nicht mehr gehört habe. Habe im Lärm der Zeit und in der Außenbetrachtung gelebt und habe nicht mehr gelebt, denn ich bin gelebt worden. Habe mich selbst auf Zeit verloren und konnte nicht mehr so sein wie ich bin und Zeit und Gedanken schmerzten und schrieen nach Veränderung und Neubeginn und einem Lächeln. Und ich habe die stärkste aller Sprachen gefunden: die Stille, die Kostbarkeit der Stille. Und diese Sprache, die Kraft dieser Sprache hat mir den Dialog mit mir selbst erlaubt und und auf der Suche nach mir habe ich die Sehnsucht wieder gefunden, die plattgedrückt und verlassen in mir schlummerte. Und die Bilder meiner Kindheit haben mich auf diesem Weg zurück begleitet und gestärkt und die Lieder meiner geliebten Mutter, die uns Kinder in den Tag sangen und die immerwährende liebevolle Begleitung von meinem herzensguten Vater. Und die Sehnsucht in mir hat mir die Heimat in mir neu entdecken lassen und nun war ich bereit durch meine Heimat zu gehen und zu sehen und zu schauen und neu zu sehen und neu zu schauen und zu singen und zu begleiten und Heimat zu leben. Unser Heimattal, mein Heimattal, unsere Heimat, meine Heimat. Und die Bilder der Heimat zeigen sich neu und rufen und sagen und  die Marillenbäume blühen und die Kastanienbäume zeigen ihre Blütensterne und auf dem Weg zurück zur Heimat, zu den Wurzeln, spüre ich einen Weg in eine aufrichtige und lebenswerte Zukunft und frischer Duft von selbstgebackenem Brot mit Getreide, das in der Heimaterde geboren wurde. Und überall Menschen die mit dabei sind: mit ihrer eigenen Kraft, mit ihrer eigenen Heimatliebe. Und Kinder und Mütter und Väter und Großmütter und Großväter und Menschen unterwegs zeigen sich neu und in Aufbruch und das alles ist unser Potential: dieser große Raum, dieses weite Land, das zum eigenen Handeln einlädt, das Fachkompetenz aber auch Werte wie Begeisterung, Lebensfreude, das Glück der Anstrengung, neu entdecken hilft. Dieses Heimattal ist unser Spielraum, unser Lebensraum, unser Arbeitsraum. Und der „Vintschger Weg“ führt über die Heimat in uns, zu unserer Heimat und wo möchten die Gäste am liebsten sein: dort wo die Menschen ihre eigene Heimat leben, wo sie begeistert und mit Überzeugung ihre eigenen Kostbarkeiten und Erzeugnisse anbieten. Dort wo die Landschaften eigene Lieder singen und die Kinder lachen und die Schmetterlinge um die Wette tanzen. Dort wo alte Menschen unter großen starken Bäumen auf Bänken sitzen und erzählen wollen und erzählen. Dort ist gut sein. Dort können die geforderten und überforderten Menschen die zu uns kommen, um Kraft zu tanken, sich wieder finden und so sein wie sie sein wollen. Und die erlebten Gedanken werden sie mit in ihren Alltag und ihre Heimathäuser nehmen und von uns und unserem „Vintschger Weg“ erzählen und die Werbemittel können gestrichen werden, denn es sind die Erzählungen, die gelebten Erzählungen, die Menschen bewegen, zu uns zu kommen. Der „Vintschger Weg“ sind also wir selbst. Tourismus kann nicht einen Alleingang machen. Tourismus – welch schreckliches Wort – (aber Fremdenverkehr ist noch schlimmer), besser gesagt das „Gastgebersein“ , muss in uns entstehen, in der heimat in uns, in unseren Fähigkeiten und Wirklichkeiten. Wir dürfen uns nicht verstellen und uns den kurzfristig angesetzten und gedachten Modeerscheinungen unterwerfen. Unser Potential ist ein Weg, ist die Sehnsucht nach einem eigenen Weg. Die Suche nach diesem Weg und das Wachsen auf diesem aufrichtigenm Weg unser Bemühen und unsere Sehnsucht. Die Begegnungen mit der Natur, mit der Schöpfung, mit den Menschen wecken die Sehnsucht in uns und das Wecken der Sehnsu cht ist der erste und schwierigste Schritt. Geht hinaus und geht zu Euch. Das wünsche ich Euch allen.

 

Euer

Karl Perfler

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