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Der Duft der Nacht und Bilder der Ausstellung: „Ich war im Krieg.“

Bin durch die Nacht gegangen und es fiel unerwartet unsichtbarer, gefühlter Schnee

Die Hoffnung wartet am Fenster

Liebe

Irgendwann wurden die Sterne immer weniger und ich vermutete einen Rückzug der Sternenbilder, die mich begleitet hatten. In Wirklichkeit aber waren es Schneewolken, die die Nacht zur Nacht machten. Und die Nacht, die dunkler und dunkler wurde, führte mich zu Überlegungen, die mich in den Morgen begleiteten. Und es zeigten sich mir Texte und Bilder der Ausstellung „Ich war im Krieg“, die wir am Montag in der Tschenglsburg vorbereitet haben. Was bringt die Menschen dazu, in einen vernichtenden Angriffskrieg zu ziehen und zu schießen und zu schießen und zu töten und zu töten? Ist es blinder oder automatisierter, selbstverständlicher  Gehorsam? Ist es Unwissen oder die Unfähigkeit in sich selbst hinein zu hören und Widerstand zu leisten? Oder ist es bereits so weit, dass wir nicht mehr in uns hinein hören können, weil wir nichts mehr in uns tragen, das unser eigen ist? Haben uns die Jahrtausende und Jahrhunderte so weit von uns selbst entfernt, dass wir jedem Werbegetue blind  hinter her laufen und alles tun, was die „Masse“ tut?  Oder eine andere Frage: hatten wir als Menschen überhaupt einmal die Fähigkeit unseres Innerstes, unsere Empfindungen mit unserem Tun in eine Einheit zu bringen und in Gleichgewichtung zu leben? Es hat stärker zu schneien begonnen und die Nacht wird dunkler und dunkler. Und immer wieder verlassen mich meine Kräfte der Gedanken und ich suche in einem weiten Raum nach Festem, nach Seiendem. Und wieder sind es Bilder der Zartheiten, die mir jetzt Hilfestellung geben und ich höre Musik von Harfe und Gesang und langsam finde ich zu mir zurück und ich spüre mich und ich bin. Und ich denke an die vielen suchenden Gesichter und höre die Fragen der Menschen und erfühle die Gefühle, die keine Antwort finden draußen im Lärm der Gefühlsarmut. Und schon wird mir ein schlechtes Gewissen eingeredet, wenn ich den fühlenden Menschen nahe bin und wir gemeinsam nach Antowrten suchen. Und trotzdem bin ich davon überzeugt, dass wir ein Netzwerk der Fühlenden brauchen, damit wir die Menschen vom Nachlaufen und Nachahmen befreien können und die Last der unendlichen und zwanghaften Jahre belichten und so zum eigenen Kern in uns, zu unserem eigenen Potential vordringen können. Hatte ich es zu eilig? Bin ich selbst ein Suchender und suche nach Spiegelungen und Antworten und Raum und bewusstes Leben und Liebe? Die Bank ist noch trocken und ich setze mich hin. Schneeflocken suchen meine warme Haut und zerrinnen und fließen ihren Weg. Und es zeigen sich mir Bilder die Menschen gehören und die leben und sich bewegen und jetzt stille sind und schweigen. Ja, werde zurück gehen und mich an den Abstand gewöhnen und die blauen Himmel und durchwachten Nächte werden Klarheit bringen und ich werde bei mir bleiben und warten und achtsam die Blumen schauen, die in den Kreis der Jahreszeiten blühen und sind und gehen und wiederkehren und blühen. Gehe über die Brücke des Baches, der von den Bergen grüßt und schon stehe ich vor der Burg. Die Mauern sind mir nun Freund und ich sperre auf und gehe in den oberen Stock und da sind sie wieder die Bilder und die Fragen. Was bringt uns Menschen dazu Kriege zu führen und zu töten und zu schießen? Der Duft der Nacht ist noch da und der Klang der alten Felder. Bin jetzt sehr erregt und wütend und ich möchte laut schreien und weinen und schweigen und sagen und beide Extreme verbinden zu einem Kreis in dem die suchenden Menschen sich finden können. „Die großen Gedanken kommen aus dem Herzen,“ und „Bewahre du zuerst Frieden in dir selbst, dann kannst du auch anderen Frieden bringen,“ und hier bei den ausgestellten Bildern steht folgender Text: “ Vor einem Gebäude hier im Judenghetto von Minsk stand ein Lastwagen der Wehrmacht, daneben verweilten SS-Leute. Unser Unteroffizier ließ sich auf ein Gespräch mit ihnen ein. Die SS-Männer prahlten damit, dass täglich ein Straßenzug“geräumt“ wurde: das waren an die 3.000 Juden, die Tag für Tag verladen und umgebracht wurden. Klienkinder wurden bereits im Lager getötet: sie wurden an einem Bein gepackt, an die Wand geschlagen, in den Lastwagen geschmissen und in den Wäldern von Borissow verscharrt. Größere Kinder und Erwachsene mussten dort zuerst einen Graben ausschöpfen, sich nackt ausziehen und an den Grabenrand stellen. Dann wurden sie erschossen.“ Im Lärm und bei der Jagd nach Zahlen und Quoten sind diese Bilder, die sich hier bei der Ausstellung zeigen, wohl untergegangen. Sie sind plattgedrückt wie die zarten eigenen Gedanken und Hoffnungen und Träume der Menschen. Liebe Luise Ruatti, liebe Ruth Kuntner vom Bildungsausschuss, lieber Adalbert Tschenett von der Haspinger Schützenkompanie Tschengls, danke, dass wir diese Ausstellung in der Tschenglsburg haben. Zwischen dem Duft der Nacht und den Bildern und Texten dieser Ausstellung „Ich war im Krieg“, wollen wir ein Band legen und einen Raum schaffen in dem wir Menschen zu einem selbstbewussten und eigenen Denken und Tun hinfinden. Dann wird der Duft der Nacht stärker werden und die Maschinengewehre werden nach und nach verstummen.

So ein Lichterlabyrinth bauen wir am 11.Februar um 19.00 Uhr bei der Pfarrkirche in Tschengls beim Konzert in der Kirche zum Thema "Frieden in uns und in der Welt".

Winterlicht

Die Musik und die Lichtträger durchbrechen die Dunkelheit

Lichtträger

Winterrrast und Winteräste unter wärmenden Schnee

Karl Perfler

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